Leib- Aria der keuschen Meurine.

By Johann Georg Gressel

Jhr Wollust Rosen weicht

Vor meinen Keuschheits-Liljen.

Jhr könnt sie nicht vertilgen

Eur Wesen das erbleicht

Davor wo diese stehn

Da müsset ihr vergehn.

Ob schon die Perl gesteckt

In schwartzen Muschel-Schalen

So kan sie dennoch prahlen

Wenn selbige entdeckt.

Des Demants helle Pracht

Aus rauhen Schlacken lacht.

Und bin ich gleich nicht schön

Prang ich mit keinen Brüsten

Die jedermann gelüsten

So wird es doch geschehn

Daß man der Keuschheit hold

Und nicht der Schönheit-Gold.