Letztes Ehren-Gedächtnüß Hn. C. C. gewesenen R. den 13. Mertz. 1681.
Erblaster den sein Muth und Degen hat geadelt
Der Pulver riechen kont’ und keinen Feind gescheut
Ja dessen Tapfferkeit der schele Neid nicht tadelt
So sonst die Tugend doch mit seinem Gifft bespeyt.
Ist ein Gewaltiger denn über dich jetzt kommen
Der dir den Harnisch nimmt und gibt dir kein Quartier?
Den vormals nie erschreckt hat der Carthaunen Brommen
Kreuchst du nunmehr zu Loch und gehest nicht herfür?
Der du zuvor zu Feld als wie in Tantz gegangen;
Dem blitzendes Geschoß ein schönes Säiten-Spiel
Und viel sieghaffte Streich’ hast Feinden angehangen
Wirst doch zu aller Letzt deß Todes Raub und Ziel?
Er scheut sich nicht für dir noch deinen grauen Haaren;
Wie du die tapffre Faust offt nach dem Schwerdt gestreckt
So will er jetzt nach dir und deinen Knochen fahren
Damit er seinen Sieg mit kühlem Sande deckt.
Was aber deckt er zu? die welcke Haut und Glieder
Der müden Jahre Schnee die ausgekreischten Bein’
Und Adern ohne Safft und finstern Augen-Lieder
Und was Verweßliches sonst kan an Menschen seyn.
So viel zwar frisst das Grab. Allein das Licht der Ehren
Führt seine Flamme noch in unbeflecktem Glantz.
Die kluge Nachwelt wird von deinem Lob noch hören
Und flicht zu Danck und Ruhm dir einen Sieges-Krantz.
Du hast mit Muth und Blut den hohen Preiß erhalten
Als unser Vaterland in Krieges-Flammen glam
Da Degen und Pistol mehr als Gesetze galten
Und das bedrängte Land in eignem Blute schwam
Beschloß dein munter Geist dem rauhen Sturm der Zeiten
Der offenen Gefahr entgegen frey zu gehn;
Daß ein unsterblich Lob durch kämpffen und durch streiten
Dich hiesse dermaleins bey tapffern Leuten stehn.
Der Eltern Helm und Schild war gar nicht deine Zierde
Dein Leib hieß dein Palast dein Sinn dein Königreich,
Dein eintzig Adel-Stand die brennende Begierde
Durch wackre Thaten sich zu machen andern gleich.
Du hast vom Niedrigsten zu steigen angehoben
Durch Hitze Frost und Schnee den kühnen Fuß gesetzt.
In vielen Fällen auch erwiesen solche Proben
Daß das Gelücke sich fast an dir matt gewetzt.
Offt hat es dich gebraucht nicht anders wie Ballonen
So die geübte Faust bald hoch bald niedrig schlägt;
Bald wolt es deine Treu und Redlichkeit belohnen
Bald hat es wieder dir die Schrauben angelegt;
Du aber brachst hindurch Gefahr war dir ein Schertzen
Bemühung eine Lust und Arbeit eine Ruh.
Es leschte niemals aus die Flamm’ in deinem Hertzen
Es sagte dir Bestand und Sieges-Palmen zu.
Nicht Teutschland nur allein das nachbarliche Pohlen
War dir ein weites Feld zu jagen nach dem Ruhm
Und ritterlich den Sieg von Feinden abzuholen
So der Soldaten doch ihr schönstes Eigenthum.
Es mocht ein Euclio bey seinen Schätzen sitzen
Und auff der Mutter Schos ein zarter Weichling ruh’n;
Da wo der Donner knallt und wo die Stücke blitzen
Da warest du bereit was Männliches zu thun.
Von keinen Nöthen bleich von keiner Schlacht erschrecket;
Wie fertig hast du nicht die Troppen umbgewandt?
Wie zeitlich ausgespürt wo Hinderlist verstecket?
Und eh er es vermeynt den klugen Feind berannt?
Bey Treffen wuchs dein Muth das Feld dein Ehren Bette
Hieß dich zum Streit behertzt zum Angriff munter seyn
Und Tod und Leben stand da offtmals in der Wette
Biß der Blut rothe Sieg sich stellte mitten ein.
Bewerther Krieges Mann der Gott und seinem Käyser
Biß auffden letzten Hauch sein Leben hat geweyht.
Mars und Bellona sehn wie jetzt die Lorbeer-Reiser
Des Ruhmes milde Hand auff deine Ruhstatt streut.
Doch wunder ich mich noch ob dich der Tod besieget?
Und ob du ihn vielmehr nicht überwunden hast?
Ob deine Ritterschafft sein Recht nicht überwieget?
Und du nun weggelegt des Fleischesschwere Last?
Zwar wenn ich dencke nach daß auch die Himmel alten
Die Elementen Staub die Sternen Asche seyn;
Daß aller Künstler Witz und Bauwerck nicht mag halten
Und die Vergänglichkeit reist Thürm und Mauren ein;
So sind ich leicht den Schluß daß Menschen müssen sterben
Und daß ihr Leben sey ein Nebel Rauch und Wind.
Daß Wasser-Blasen gleich sich prächtig pflegt zu färben
Und in der höchsten Zier am flüchtigsten zerrinnt.
Allein mit diesem Tod in einen Kampff zu treten
Erfordert einen Held der stets gegürtet steht
Und dessen Glaubens-Schild ist wachen hoffen beten
Wenn nun der Fürst der Welt mit Pfeilen auff ihn geht.
Jhn deckt der Helm des Heils sein Schwerdt ist Gottes Lehre
Damit er Widerstand des Teuffels Anlauff thut.
Dann bleibet ihm das Feld denn krönt ihn Wonn und Ehre
Wie unsern Seeligen der in dem HErren ruht.
Dergleichen Ritter kan der Tod nicht übermeistern.
Ach nein erblaster Freund dein Sieg ist schön und groß
Du triumphirest nun bey tausend reinen Geistern
Dein übrig Nachruhm ist auch nicht von Ehren bloß.
Du alte Teutsche Haut fromm schlecht und recht im Wandel
Als dich die güldne Ruh nach so viel Schweiß erquickt;
Hat Welt-Betrügerey und ihrer Falschheit Handel
Nie dein begrautes Haar und Redlichkeit bestrickt.
Mit was vor Vater-Treu umbfiengst du nicht die Deinen?
Wie hertzlich hast du nicht dein Ehgemahl geliebt?
Und hörst du noch im Grab das Aechzen und das Weinen
Das ihre Wehmuth dir zum letzten Opffer gibt.
Wiewol Betrübste hemmt die abgestürtzten Zähren
Der hier ein Krieger war ist dort ein Sieges-Held.
Es wird sein weiser Schnee in Lilgen sich verkehren
Und unter seinem Fuß ligt Sünde Tod und Welt.
&q;Glückseelig wer so kämpfft und wer so durchgedrungen
&q;Daß sein Soldaten Lohn der Krantz der Ewigkeit!
&q;Du hast Erblaster Freund vor offt den Feind bezwungen
&q;Nun holst du dir auch gar den Himmel zu der Beuth’.