Liebes-Brief an Bellandren.

By Johann Georg Gressel

Darf ein verwehnter Kiehl die Schwelle überschreiten?

Woselbst

Wo man

Wo des

Allwo verbannet sind die süßten Schmeichelungen

Wo man verborgen Gifft nicht in

Wo man wies Hertze spricht eröffnet durch die Zungen

Wo die

Wo nichts denn Keuschheit blüht und reiner Ehre Liljen

Die ob gleich Zeit und Neid sich wie die Kröten blähn

Kein gifftger Läster-Biß ist mächtig zu vertilgen

Wo an der Tugend-Fels der Neid muß untergehn.

Denn wie der Monden lacht wenn tolle Hunde rasen

So lacht die Tugend auch ob gleich der Neid sie dreut

Sein Nebel wird gar bald durch einen Wind verblasen

Der seine Lästerung wie leichtes Spreu zerstreut.

Darf wo der

Das tausend Seuffzer hegt so die entflammte Brust

Läst als ein Weyrauch-Feur zu ihrer Gottheit steigen

Aus dem die Götter ziehn die allergrößte Lust.

Es bringt nicht Seuffzer bloß mein Hertz sich selber stellet

Zum Opffer vors Altar wo ihre Gottheit sitzt

Wo ihr

Wenn sie nur lieblich strahlt als wann die

Dis zeig’ ich selber an mit eigenem Exempel

Denn da noch nie kein Mensch mich sonft verliebt gemacht

So neig’ ich mich doch hier vor ihren Ehren-Tempel

Allwo mit Flammen spielt der Augen schwartze Nacht.

Welch Sterblicher kan wol bey ihrer Allmacht pochen?

Der nicht wenn sie sich zeigt muß lauter Flammen seyn

Dem nicht sein Stor-Kopff wird durch ihre Macht gebrochen

Daß er gezwungen muß ihr Weyrauch-Körner sireun.

Kan nun kein Sterblicher vor ihrer Macht bestehen

Was Wunder ist es dann daß auch mein Hertze brennt

An dem ja Fleisch und Blut als andern ist zu sehen

Das zürnt sie Schönste gleich sich doch ihr Sclave nennt.