Liebes-Brief an Bellandren.
Darf ein verwehnter Kiehl die Schwelle überschreiten?
Woselbst
Wo man
Wo des
Allwo verbannet sind die süßten Schmeichelungen
Wo man verborgen Gifft nicht in
Wo man wies Hertze spricht eröffnet durch die Zungen
Wo die
Wo nichts denn Keuschheit blüht und reiner Ehre Liljen
Die ob gleich Zeit und Neid sich wie die Kröten blähn
Kein gifftger Läster-Biß ist mächtig zu vertilgen
Wo an der Tugend-Fels der Neid muß untergehn.
Denn wie der Monden lacht wenn tolle Hunde rasen
So lacht die Tugend auch ob gleich der Neid sie dreut
Sein Nebel wird gar bald durch einen Wind verblasen
Der seine Lästerung wie leichtes Spreu zerstreut.
Darf wo der
Das tausend Seuffzer hegt so die entflammte Brust
Läst als ein Weyrauch-Feur zu ihrer Gottheit steigen
Aus dem die Götter ziehn die allergrößte Lust.
Es bringt nicht Seuffzer bloß mein Hertz sich selber stellet
Zum Opffer vors Altar wo ihre Gottheit sitzt
Wo ihr
Wenn sie nur lieblich strahlt als wann die
Dis zeig’ ich selber an mit eigenem Exempel
Denn da noch nie kein Mensch mich sonft verliebt gemacht
So neig’ ich mich doch hier vor ihren Ehren-Tempel
Allwo mit Flammen spielt der Augen schwartze Nacht.
Welch Sterblicher kan wol bey ihrer Allmacht pochen?
Der nicht wenn sie sich zeigt muß lauter Flammen seyn
Dem nicht sein Stor-Kopff wird durch ihre Macht gebrochen
Daß er gezwungen muß ihr Weyrauch-Körner sireun.
Kan nun kein Sterblicher vor ihrer Macht bestehen
Was Wunder ist es dann daß auch mein Hertze brennt
An dem ja Fleisch und Blut als andern ist zu sehen
Das zürnt sie Schönste gleich sich doch ihr Sclave nennt.