Liebes Brief an Clelien.

By Johann Georg Gressel

Vergönne Clelia, daß mein verirrter Geist

In deinen Haven treibt wo

Den Port wo lauter Lust sich ums Gestade weist

Wo Myrthen Tausend-Schön und

Wo

Mit sammt der Kitzelung zur Wohnung auffgeschlagen

Wo sich die Anmuth hat den dreyen zugesellt

Wohin uns die Natur den besten Schatz getragen.

Wo Milch und Honig fleust wo ein Gelobtes-Land

Wo Zucker und

Wo Liebes-Rosen zeugt der Alabaster Strand

Daselbst vergönne mir die Lüste zu geniessen.

So dis

Die mich mit

In welchem sich mehr Lust als Sand am Meere findt

Die ich mit

Weil sein erdichtes Reich nicht solche Engel hegt

Die uns mit einer Kost von

Man da nur blossen Schein zu seiner Tafel trägt

Wenn man schon Lust verlangt kan man nur Unmuth haben.

Wie sich nur

Weil die beliebte Frucht dem Munde wird entzogen

Wie er im Wasser steht und über Durst doch klagt

So gehts in

Du aber schenckest mir ich weis nicht was vor Frucht

Wenn sich dein hohler Schooß mit meinen Gliedern paaret

Den mein verirter Geist zu seinen Haven sucht

Wo er vor allen Sturm am besten ist verwahret.