Liebes-Gespräch zwischen unsern ersten Eltern.
Welch unbekannte Brunst beseelet meine Brust?
Was vor ein him̃lisch Feur erwärmet meine Glieder?
In meinem Hertzen glimmt ein Zunder fremder Lust
Mein Ohr das höret nichts als lauter Liebes-Lieder.
Der Vogel lockt das Weib mit halb erstorbner Stimm
Die Fische in dem Meer in Lust zusammen schertzen
Der Leue wird ein Lamm er heget keinen Grimm
Die Thiere dieser Welt sich in die Wette hertzen.
Nur ich ich aller Herr was dieser Erd-Kreyß hegt
Muß in der stummen Glut ohn einzig Labsahl brennen
Ich finde kein Geschöpff zu dem mein Sinn sich legt
Gehülffen kan ich nicht zu meiner Kühlung kennen.
Doch was beklag’ ich mich? da ich zur Stillung hab
Die
Die mir des Schöpffers Hand zur Mitgesellin gab
Bey der ich wann ich will die Ruhe kan bekommen.
Wie! daß ich denn so gar vor grosser Liebe blind
Und meinen Engel nicht zur Seiten sehe stehen?
Was wilden Thieren ist zu ihrer Lust vergünt
Kan mir zu größrer Lust von
Mein
Wie sich ein jedes Thier zu seines gleichen stellet?
Was ist es? daß in dir zur Zaudrung Anlaß gibt?
Wie daß sich deine Brunst nicht gleich zu mir gesellet?
Mein Wesen grösser Lust und Anmuth in sich hält
Als alles so die Welt in ihren Gräntzen heget:
Umsonst ist dieser Schmuck mir ja nicht zugestelt
Wie! daß dein Wunsch sich nicht zu meinem Wollen leget.
Sieh meiner Glieder-Pracht die wohl-gewölbte Brust
Wie sie aus heisser Brunst nach
Schau jener Gegend Zier den Wohn-Platz aller Lust
Woran uns die Natur durch ihren Trieb gewehnet.
Wie stehst du als entzückt verblendet dich die Pracht
Der angenehmen Brust und Perlen voller Glieder?
Wie daß dein Sehnen nicht zu meiner Brust sich macht
Und sich erhitzet legt in meinem Schoosse nieder?
Komm kühle dich mein Kind und stille deine Brunst
Was uns ergötzen kan ist gleich entbrandter Wille
Der Thiere Schertzen ist bey unser Liebe Dunst;
Komm’ eilend liebster Schatz mein Feur der Sehnsucht stille.
Dein schönes Wesen nimmt mir meine Geister ein
Es zwinget mich der Schmuck von deinem schönen Leibe
Es wünschet meine Brunst in dir gekühlt zu seyn
Mach
Kühl meine Gluhten ab mit
Laß mir die Zucker-Kost des Paradieses schmecken
Berausche meinen Geist mit deines Schooses Most
Laß uns ins kühle Gras die heissen Sinnen strecken.