Liebes-Ring Bey Hn. T. S. R. J. U. C. u. Jfr. S. M. v. S. Hochzeit abgebildet 23...

By Heinrich Mühlpfort

Ich wünsche mir ietzt Glut- und Flammen-reiche Zeilen

Denn wer von Liebe schreibt und nicht die Feder

Wird die

Und hat den rechten Zweck der Anmuth nicht erkennt.

Die Reden müssen hier den schönsten Rosen gleichen

In die der liebe West den süssen Athem haucht

Es muß jedwedes Wort die Venus überstreichen

Mit Balsam den sie sonst zu ihrer Zierrath braucht.

So hat Ovidius voll Seel und Geist geschrieben

Wenn er dem klugen Rom die Kunst zu lieben wies

Der liebliche Tibull ist auf der Spur geblieben

Wenn er die Cynthia sein ander Leben hieß.

Es kan ihr schönes Buch die Hertzen noch entzünden

Jhr reitzender Gesang bezaubert Sinn und Muth;

So daß der Kern der Lust bey ihnen ist zu finden

Und ihre gantze Schrifft ein Aetna voller Glut.

Mir fehlt dergleichen Art und Zunder solcher Dinge

Es kleidet meinen Reim kein angenehme Zier;

Doch treu Verliebte Zwey ich stell in einem Ringe

Der Liebe theurem Pfand euch eure Flammen für.

Es ist ein güldner Ring verdienter Würde Zeichen.

Es hat die alte Welt Gesandten mit geehrt

Und Räthen welche nie von ihrem Fürsten weichen

Hat vor erwießne Treu ein güldner Ring gehört.

Der zieret eure Lieb’ und eurer

Wer kennet schönste Braut den werthen

Es rühmet seine Treu Fürst Fürstenthum und Stände

Und nennet ihn mit recht der Rechte Trost und Licht.

Sol was verbündlich seyn in Menschlichen Geschäfften

So muß der Siegel-Ring der beste Zeuge seyn.

Da eure Hertzen sich jetzt fest zusammen hefften

So räumt ihr ja dem Ring das erste Vortheil ein.

Ja es vollzieht ein Ring den erst und letzten Willen

Wir brauchen ihn zur Eh’ und wieder in dem Todt

Denn als wir noch das Grab mit unserm Leibe füllen

Bezeugt ein Testament des Sterbenden Geboth.

Deß Ringes Ubergab erklärt den wahren Erben:

Ließ Alexander nicht sein weites Reich so stehn

Und wer vom grossen Carl kont’ ein Abtey erwerben

Der mochte von ihm weg im Ring und Stabe gehn.

Ja was mehr Wunderns werth des Meeres wilde Wellen

Die hat Venedig sich durch einen Ring vermählt.

Wenn man den Käysern pflegt die Kronen zuzustellen

So wird ein Ring dabey der Würde Bild gezehlt.

Alleine dieses dient jetzt nicht verliebten Ohren

Es sey der Völcker Brauch und Recht dahin gestellt;

Es hat in einem Ring zusammen sich geschworen

Was den so grossen Bau der Erden Kugel hält.

Und mahlt nicht die Natur am blauen Himmels-Bogen

Den herrlichsten Saphier ins Ringes Zirckel ab?

In diese Rundung sind die Sterne selbst gezogen

Die Sonn und auch der Mond hat gleichen Messe-Stab.

Es bild’t Egyptens-Witz die Ewigkeit im Ringe

Man stellet durch den Ring den Lauff der Jahre für.

So sag’ ich dieses sind zwar Lobens werthe Dinge

Doch trägt der

Es hat der

Und andre Wissenschafft der Ehren Ring verdient.

Nun sieht er wie die Braut von Preißbahrem Geschlechte

Des holden Jungfern Volcks als eine Palme grünt.

Und ist sie nicht ein Ring holdseel ger Liebligkeiten

Der tausend Gratien in seinen Zirckel schleust?

Es mag die neue Welt mit edlen Steinen streiten

Die alle sticht hinweg ihr Tugend-edler Geist.

Und wo die Schönheit ist ein güldner Ring zu nennen

So läst der Glieder Schmuck die schönsten Ringe sehn:

Der Haare weiches Gold giebt satsam zu erkennen

In was vor Würbel sich die zarten Locken drehn.

Es mag der Diamant gekrönte Häupter zieren

Zwey

So Leben Seel und Geist mit ihrem Blitzen rühren

So als zwey Sonnen stehn auf Paphiens Altar.

Ist nicht der Mund ein Ring versetzet mit Rubinen

Trägt nicht der Wangen Kreiß Achaten voller Pracht?

Es muß der Frauen Schmuck sonst Kunst und Arbeit dienen

Hier hat es die Natur in einen Ring gebracht

Der Brüste Marmel-Ring gespitzet mit Granaten

Vergnugt deß

Der suchte seinen Leib darunter zu verrathen

Hier zeugen Aug und Mund im Hertzen Flamm und Brand.

Es trieb die Zanber-Kunst durch Ringe seltne Wunder

Hat Wunden zugeheilt und tolle Lieb erweckt.

Nein Eure Liebe kommt von gar weit anderm Zunder

Die eigenhändig hat die Tugend angesteckt.

Es wird der Hannibal durch einen Ring vergifftet

Demosthenes starb so und floh die Tyranney.

Durch euren Liebes-Ring wird Freud und Lust gestifftet

Ja eures Nahmens Ruhm bleibt von Verwesen frey.

Wil schon Polycrates sein Glücke trotzig pochen

Und wirfft den theuren Ring hochmüthig in das Meer;

So wißt ihr euer Glück bey eurem GOtt zu suchen

Und glaubt daß alles Heil von oben komme her.

Die Buhler trugen oft der Liebsten Bild im Ringe

Jhr habt einander selbst in Hertz und Seel geprägt

Seyd sicher daß noch Neid noch Zeit den Bund verdringe

Zu dem die Ewigkeit den Grundstein hat gelegt.

Beglückte Liebende küst auch der Eltern Bilder

Auß denen wesentlich der Tugend Fackel strahlt

Die lengst Mnemosyne in ihre Ruhm Gefilder

Zum Spiegel wahrer Treu lebendig abgemahlt.

Denckt nun

Den besten Ehren-Danck setzt die Vergnügung auff

Wer nun als Sieger will die Beute davon bringen

Der muß gerade zu vollbringen seinen Lauff.

Unendlich ist ein Ring. Es sey auch sonder Ende.

Die keusche Liebes-Glut und Hertzens-Einigkeit.

Der Himmel segne selbst die angesteckten Brände

Ich ruffe: Lebt und blüht in Segen Ruh und Freud.