Liebes-Ring Bey Hn. T. S. R. J. U. C. u. Jfr. S. M. v. S. Hochzeit abgebildet 23...
Ich wünsche mir ietzt Glut- und Flammen-reiche Zeilen
Denn wer von Liebe schreibt und nicht die Feder
Wird die
Und hat den rechten Zweck der Anmuth nicht erkennt.
Die Reden müssen hier den schönsten Rosen gleichen
In die der liebe West den süssen Athem haucht
Es muß jedwedes Wort die Venus überstreichen
Mit Balsam den sie sonst zu ihrer Zierrath braucht.
So hat Ovidius voll Seel und Geist geschrieben
Wenn er dem klugen Rom die Kunst zu lieben wies
Der liebliche Tibull ist auf der Spur geblieben
Wenn er die Cynthia sein ander Leben hieß.
Es kan ihr schönes Buch die Hertzen noch entzünden
Jhr reitzender Gesang bezaubert Sinn und Muth;
So daß der Kern der Lust bey ihnen ist zu finden
Und ihre gantze Schrifft ein Aetna voller Glut.
Mir fehlt dergleichen Art und Zunder solcher Dinge
Es kleidet meinen Reim kein angenehme Zier;
Doch treu Verliebte Zwey ich stell in einem Ringe
Der Liebe theurem Pfand euch eure Flammen für.
Es ist ein güldner Ring verdienter Würde Zeichen.
Es hat die alte Welt Gesandten mit geehrt
Und Räthen welche nie von ihrem Fürsten weichen
Hat vor erwießne Treu ein güldner Ring gehört.
Der zieret eure Lieb’ und eurer
Wer kennet schönste Braut den werthen
Es rühmet seine Treu Fürst Fürstenthum und Stände
Und nennet ihn mit recht der Rechte Trost und Licht.
Sol was verbündlich seyn in Menschlichen Geschäfften
So muß der Siegel-Ring der beste Zeuge seyn.
Da eure Hertzen sich jetzt fest zusammen hefften
So räumt ihr ja dem Ring das erste Vortheil ein.
Ja es vollzieht ein Ring den erst und letzten Willen
Wir brauchen ihn zur Eh’ und wieder in dem Todt
Denn als wir noch das Grab mit unserm Leibe füllen
Bezeugt ein Testament des Sterbenden Geboth.
Deß Ringes Ubergab erklärt den wahren Erben:
Ließ Alexander nicht sein weites Reich so stehn
Und wer vom grossen Carl kont’ ein Abtey erwerben
Der mochte von ihm weg im Ring und Stabe gehn.
Ja was mehr Wunderns werth des Meeres wilde Wellen
Die hat Venedig sich durch einen Ring vermählt.
Wenn man den Käysern pflegt die Kronen zuzustellen
So wird ein Ring dabey der Würde Bild gezehlt.
Alleine dieses dient jetzt nicht verliebten Ohren
Es sey der Völcker Brauch und Recht dahin gestellt;
Es hat in einem Ring zusammen sich geschworen
Was den so grossen Bau der Erden Kugel hält.
Und mahlt nicht die Natur am blauen Himmels-Bogen
Den herrlichsten Saphier ins Ringes Zirckel ab?
In diese Rundung sind die Sterne selbst gezogen
Die Sonn und auch der Mond hat gleichen Messe-Stab.
Es bild’t Egyptens-Witz die Ewigkeit im Ringe
Man stellet durch den Ring den Lauff der Jahre für.
So sag’ ich dieses sind zwar Lobens werthe Dinge
Doch trägt der
Es hat der
Und andre Wissenschafft der Ehren Ring verdient.
Nun sieht er wie die Braut von Preißbahrem Geschlechte
Des holden Jungfern Volcks als eine Palme grünt.
Und ist sie nicht ein Ring holdseel ger Liebligkeiten
Der tausend Gratien in seinen Zirckel schleust?
Es mag die neue Welt mit edlen Steinen streiten
Die alle sticht hinweg ihr Tugend-edler Geist.
Und wo die Schönheit ist ein güldner Ring zu nennen
So läst der Glieder Schmuck die schönsten Ringe sehn:
Der Haare weiches Gold giebt satsam zu erkennen
In was vor Würbel sich die zarten Locken drehn.
Es mag der Diamant gekrönte Häupter zieren
Zwey
So Leben Seel und Geist mit ihrem Blitzen rühren
So als zwey Sonnen stehn auf Paphiens Altar.
Ist nicht der Mund ein Ring versetzet mit Rubinen
Trägt nicht der Wangen Kreiß Achaten voller Pracht?
Es muß der Frauen Schmuck sonst Kunst und Arbeit dienen
Hier hat es die Natur in einen Ring gebracht
Der Brüste Marmel-Ring gespitzet mit Granaten
Vergnugt deß
Der suchte seinen Leib darunter zu verrathen
Hier zeugen Aug und Mund im Hertzen Flamm und Brand.
Es trieb die Zanber-Kunst durch Ringe seltne Wunder
Hat Wunden zugeheilt und tolle Lieb erweckt.
Nein Eure Liebe kommt von gar weit anderm Zunder
Die eigenhändig hat die Tugend angesteckt.
Es wird der Hannibal durch einen Ring vergifftet
Demosthenes starb so und floh die Tyranney.
Durch euren Liebes-Ring wird Freud und Lust gestifftet
Ja eures Nahmens Ruhm bleibt von Verwesen frey.
Wil schon Polycrates sein Glücke trotzig pochen
Und wirfft den theuren Ring hochmüthig in das Meer;
So wißt ihr euer Glück bey eurem GOtt zu suchen
Und glaubt daß alles Heil von oben komme her.
Die Buhler trugen oft der Liebsten Bild im Ringe
Jhr habt einander selbst in Hertz und Seel geprägt
Seyd sicher daß noch Neid noch Zeit den Bund verdringe
Zu dem die Ewigkeit den Grundstein hat gelegt.
Beglückte Liebende küst auch der Eltern Bilder
Auß denen wesentlich der Tugend Fackel strahlt
Die lengst Mnemosyne in ihre Ruhm Gefilder
Zum Spiegel wahrer Treu lebendig abgemahlt.
Denckt nun
Den besten Ehren-Danck setzt die Vergnügung auff
Wer nun als Sieger will die Beute davon bringen
Der muß gerade zu vollbringen seinen Lauff.
Unendlich ist ein Ring. Es sey auch sonder Ende.
Die keusche Liebes-Glut und Hertzens-Einigkeit.
Der Himmel segne selbst die angesteckten Brände
Ich ruffe: Lebt und blüht in Segen Ruh und Freud.