[ Lieblich in der Rosenzeit]

By Georg Friedrich Daumer

Written 1823-01-01 - 1823-01-01

Lieblich in der Rosenzeit

Hält die Liebe Schule;

Es docirt die Nachtigall

Vom Doktorenstuhle.

Ihrem Worte horcht Hafis

Mit Scholarentreue,

Früh und spat diktirt sie ihm

In die Federspule.

Meine Meinung, könnte sie

Wohl verborgen bleiben?

Wein an einem schönen Ort,

Eine zarte Buhle!

Ohne diesen Ächtgewinn

Sind die Weltgebiete

Wüsteneien, angefüllt

Vom Geschrei der Ghule.

Darum heiß zum Himmel auf

Fleh' ich im Gebete:

Nie, o nie errette mich

Aus dem Sündenpfuhle!