Lied/ Von dem Brachmonat
Written 1632-01-01 - 1632-01-01
Nun der güldne Sonnen-Wagen
fähret nächst der höchsten Ban
und erleuchtet mit Behagen
den smaragden Erdenplan;
weil ihr Weg wird gleichsam krumm
kehret sie nun wieder um:
wie der Krebs zurücke weichet
dessen Zeichen sie bestreichet.
Dieses sol uns Menschen lehren
wie nichts so erhaben sey
das sich nicht bald solt verkehren
und beharren Wandel-frey.
Unser Thun ist Unbestand
und deß Wechsels Unterpfand:
wie wir fast in allem sehen
was geschicht und was geschehen.
Die nun öden Felder brachen
und sind doch nicht in der Ruh;
weil sie viel geschlachter machen
die bespitzten Egenschuh.
Also muß der Menschen Fleiß
und der Arbeit saurer Schweiß
Speiß und Brot zuwegen bringen
durch das Hacken Pflügen Düngen.
Durch den milden Himmels-Regen
machet Gott die Furchen weich;
das Gepflügte hat den Segen
daß es Saam- und Früchte-reich.
Gottes Güte krönt das Jahr
und betrieft der Bäume Haar:
also daß des Himmels Gnade
machet fett der Erden Pfade.
Wann deß Morgens Purpurflügel
decken dieser Auen Thal
siehet man die grünen Hügel
voller Schaffe sonder Zahl.
Also gibt die fette Weid
nächst der Speiß das Wollen-Kleid.
Ihnen wird ein Rock genommen
der uns muß zu nutzen kommen.
Mein Gott der du Joseph hütest
(der vermehrten Kirchen Heerd)
Gott der du dein Volck behütest
und hilfst dem der dein begehrt!
gib uns allen deine Gnad
die noch Maß noch Ende hat!
Gib uns Früh- und Abendregen
daß wir preisen deinen Segen.
Frölich frölich sey die Erde
und der Himmel freue sich:
daß dein Nam gepreiset werde
Feld und Berge loben dich.
Ja die Baumen in dem Wald
von den Bächlein untermahlt
reichen Gottes reiche Gaben
die wir Ihm zu danken haben.