Lied/ Von dem Monat November

By Georg Philipp Harsdörffer

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Der Sommer ist entwichen

mit seiner Flammen-Hitz;

der Herbst herangeschlichen

und herrschet nun der Schütz:

Der treibt die trüben Wind

und in dem Nebel-Regen

beschüttet allerwegen

die auf dem Felde sind.

Man samlet Kraut und Ruben

es giert der trübe Most;

man suchet warme Stuben

und liebt der Vögel Kost;

das Feld liegt ohne Frucht:

doch muß es Wildpret tragen

das man mit schnellem Jagen

durch Berg und Thäler sucht.

Die Müh und Arbeit schencket

was sonst kein Mensch vermag;

wohl dem der stets gedencket

Gott nehr ihn alle Tag

auf viel und manche Weiß:

wenn wir Gott nicht vergessen

und das Brot wollen essen

in unsrer Arbeit Schweiß.

Indem die Blätter falben

verschwindt der Bäumen Zier;

es wandern fort die Schwalben

der Winter bricht herfür.

Man sucht das warme Kleid

und pfleget Holtz zu spalten;

dardurch wir uns erhalten

im Frost und kalter Zeit.

Mein Gott! der du uns liebest

und segnest dieses Jahr;

der du uns reichlich giebest

was uns vonnöthen war:

Wir dancken deiner Gnad!

Du wollest uns bewahren

daß wir kein Leid erfahren.

Dich lob' was Odem hat!