Lied von dem Glauben an Christum

By Georg Philipp Harsdörffer

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Dir, Dir allein, Herr Jesu Christ,

Hab ich mich gantz ergeben:

Ich weiß, daß du der Heiland bist,

Der bringet Heil und Leben.

Und ob mich gleich das Grab bedeckt,

Werd' ich doch werden aufferweckt

Am Jüngsten Tag,

Darauf ichs mit dem Tode wag'.

Es ist der Zweck in Gottes Wort

Deß Herren Christi Namen:

Er ist das Heil, der Seelen Hort,

Der vielbefruchte Samen.

Auf diesen Zweck der Glaube trifft,

Von Ihm zeugt der Propheten Schrifft.

Er ist allein

Der Kirchen festgegründer Stein.

Dahin geht der Apostel Lehr

Von Christi Tod und Leiden:

Wer daran glaubt, der darff nicht mehr

Als nur die Sünden meiden;

Und wer ein andre Predigt sucht,

Der ist und bleibt von Gott verflucht.

Der Christen Ruhm

Ist dieses Evangelium.

Wer nun an diesen Jesum glaubt,

Der kan mit nichten sterben:

Ob ihn der Tod das Leben raubt,

Wird er doch nicht verderben.

Er wird mit der Posaunen Schall

Ihn ruffen in deß Himmels Saal,

Da ihm bereit

Das Leben und die Seeligkeit.

Der an Ihn glaubet, ist aus GOTT

Und hütet sich für Sünden;

Die Predigt, vieler Weltling Spott,

Macht uns das Leben finden.

Wer nun hierauf von Hertzen steht

Und zu der Kirchen Thür eingeht

Der heilgen Tauff,

Der schwingt sich in den Himmel auff.

Lasst uns nicht träges Hertzen seyn,

Den Glauben fest zu tragen

Und was von Christi Tod und Pein

Die Männer Gottes sagen,

Daß wir an vnsers Lebens End'

In Jesu Christi GnadenHänd

Dem Schächer gleich

Gelangen in deß Vatters Reich.