Liedlein

By Anna Ovena Hoyers

Written 1617-01-01 - 1617-01-01

O Gott mein Herr wie wunderbahr

Spielestu mit den deinen

Führest sie in Noth und gefahr

Lesst sie ruffen und weinen

Stellst dich frembd und von ihnen weit

Daß sie fur großem hertzenleit

Bald zu verzagen meynen.

Gedencken du seyst gar von hauß

Achtest nicht mehr ihr schreyen

All' deine vorig gnad sey auß

Wollst sie nicht mehr erfreuen

Da sie doch an dich halten sich

Vnd so von hertzen lieben dich

Auch ihr boßheit bereuen.

Du führst sie über Berg und Thal

Durch ungluck vielerhande

In großem trauren mannigmal

Zu Wasser und zu Lande;

Sie sind wie ein Schiff auff dem Meer

Werden getrieben hin und her

Ja offt durch ehr und schande.

Aber O Herr wie sehr freundtlich

Lesstu dich darnach finden

Zu rechter zeit erbarmstu dich

Mach'st alles Leit verschwinden

Ein augenblick das trauren wehrt

Dein Ewig gnad bald wiederkehrt

Vnd helfft uns überwinden.

Das ungewitter stillestu

Vnd legst die wellen nieder

Schaffst unserm hertzen Fried und Ruh'

Erquickest unser glieder

Nach großem Regen scheint die Sonn

Nach traurigkeit kompt Freud und Wonn

Drumb dancken wir dir wieder.

O Gott bereit dein lob in mir

Fur deine gnad unzehlig

Vnd was noch ist zu leben hir

Im fleische hinderstellig

Das laß mich leben dir allein

Dir geb' ich mich dein will ich seyn

Mach mich dir recht gefällig.

Du bist mein Helffer ja allzeit

Ohn dich ist doch sonst keiner

Regier mein tritt daß ich nicht gleit

Hertzlich begehr ich deiner

Bey dir ist Täglich mein gebeth

Mein geist des Nachts auch mit dir redt

Mein Gott erbarm dich meiner.

Vollführ dein angefangen werck

Vermehr was du hast geben

Du bist mein Auffenthalt und Sterck

Meins Lebens Liecht darneben

Herr gib dich mir dir geb' ich mich

Halt mich bey dir bestendiglich

In deiner forcht zu leben.

Gib krafft daß mich im guten lauff

Nicht mehr auffhalt noch hinder

Welt-freundtschafft und ihr Acker-kauff

Oder die funff Joch Rinder

Auff daß ich mög' in deinem Sahl

Schmecken das Herrlich Abendmahl

Der Außerwehlten Kinder.

Ihrer freyheit in dieser zeit

Auch frölich mit genießen

Laß all mein thun in lieb und leit

Zu deinem Lob ersprießen

Helff und thu du was ich nicht kan

Mit dir Herr Jesu fang ichs an

Mit dir will ichs beschließen.