Lob des Frauen-Zimmers.
Vortreffliches Geschlecht! ihr Sonnen dieser Erden!
Die Schönheit hat an euch ihr Meister-Stück gemacht
Jhr seyd ein Paradies und Engels an Gebährden
Ein Himmel auf der Welt wo Lust und Freude lacht.
Wenn sich das grosse Licht des Firmaments entfernet
Und mit beliebten Glantz die Unter-Welt bestrahlt;
Als denn man erst von euch und euren Blicken lernet
Das ein gedoppelt Licht an eurer Stirnen prahlt.
Es muß die grosse Welt mit einer sich begnügen
Zwo Sonnen zieren euch beliebte kleine Welt.
Jhr könnt des Himmels-Pracht an Schönheit überwiegen
Eur Glantz den Sternen-Schein mehr als die Wage hält.
Die Schönheit die euch ziert macht euch zu Pracht-Göttinnen
Die Götter haben euch zu ihren Gott erklährt;
Jhr könnt durch Lieblichkeit derselben Hertz gewinnen
Was ists wenn
Euch ist der beste Schatz der Schönheit beygeleget
Und dieser machet euch recht unvergleichlich schön.
Es ist ein feines Bild in eur Gesicht gepräget
Die
Die schönen Haare sind den Netzen zu vergleichen
Worin so manches Hertz den freyen Stand verliehrt.
Vor euren Stirnen muß der glatte
Der Himmel ist nicht so als dieser Platz geziert.
Die Anmuth hat daselbst ihr wunder-schönes Wesen
Jhr ist der schöne Ort auf Erb-Pacht eingethan
Sie hat recht mit Bedacht die Stirne auserlesen
Weil sie die
Die schönen Augen sind das Brenne-Glas der Liebe
Ein spiegel süsser Lust und eure beste Zier
Das Hertze fängt dadurch das Feur der schönen triebe
Zwo Sonnen stellen sie mit ihren Strahlen für.
Die Männer haben sie vor einen Gott erklähret
Die Hertzen behten sie mehr als die Lippen an
Mit Ehr-Furcht werden sie als wie ein Gott verehret
Was ihr
Jhr holder Anblick kan die Seelen frölich machen
Die vor Bekümmerniß fast halb erstorben sind;
Wenn sie durch einen Blick halb von der Seiten lachen
So spührt man eine Gluht die Hertz und Seel entzündt.
Kein Purpur kan die Pracht der Wangen übergehen
Kein
Die Rose muß sich hier als eine Sclavin sehen
Der theure Scarlach wird den Rosen bey gesetzt.
Zinnober hat den Mund den schönen Mund umgeben
Was Rosen schöne macht und was Rubinen schmückt
Das trifft man bey ihm an: er macht ein neues Leben
Wenn er durch einen Kuß den krancken Geist erquickt.
Aus den Corallen so die schönen Lippen zieren
Fliest eine
Die Wirckung kan man gleich an denen Seelen spühren
Den schon der blasse Tod an Marck und Adern frist.
Kan man den süssen Kuß von euren Mund erlangen
So schmeckt man Himmels-Brodt und
Der Liebreitz ziehet uns nach euren schönen Wangen
Wo Lust und Freundlichkeit ein Paradis verschafft.
Die weissen Zähne sind von feinem Helffenbeine
Als wie ein runder Zaun in euren Mund gelegt;
Sie sind ein schöner Wall von weissem
Der viel zu euren Schutz und eurer Pracht beyträgt.
Jhr Liljen eur Geruch muß vor dem Athen weichen
Sein ungemeiner Zug erquicket und ernehrt.
Dem milchlicht weissen Kinn ist nichts nicht zuvergleichen
Die
Der Hals ist Helffeubein und
Der Schönheit - Perlen stehn auf der erhabnen Brust
Da schmecket Mandeln-Milch die halb erstorbne Seele
Die Milch-Cur heilt den Schmertz mit ungemeiner Lust.
Kein
Kein
Die Schönheit hat sich hier den besten Sitz erlesen
Wo Lust und Lieblichkeit mit Rosen-Lippen lacht.
Die weissen Achseln sind der Wollust Lust-Gewebe
Wo mancher Lüstern-Geist gefangen hengen bleibt
Der Brüste-Traube hengt an dieser schönen Rebe
Wo manche Bienen hin die schwachen Flügel treibt.
Des Alabasters Lob muß denn zu Grunde gehen
Wenn eurer Arme Schnee sich etwas sehen läst
Kein
Den Liljen wird dadurch das Weinen ausgepreßt.
Die zarten Hände sind ein Eben-Bild der Seide
Die blauen Adern sind mit Türckis ausgeschmückt
Saphiren brauchen sie zu ihren Himmels-Kleide
Sie sind recht wunder-schön und zierlich ausgestickt.
Der gantze Leib ist schön und alle Glieder nette:
Recht unvergleichlich hat euch die Natur gemacht
Schaut man den blossen Leib so siehet man ein Bette
Wo Lust und Lieblichkeit in Schwaanen-Federn lacht
Die angenehme Schooß wo Wollust-Rosen blühen
Zeigt eine Gegend an die über alles schön
Darf man in diesen Port mit seinem Schiffe ziehen
So spricht man gantz erfreut der Lauff ist nun geschehn.
Der Wollust-Zunder wird da erstlich angezündet
In diesem
Noch hat kein kluger Witz die Lüste ausgegründet
Die sie um diesen Ort zur Wache ausgestellt.
Der weisse Atlaß fält vor euren
Darauf euch die Natur den gantzen Schmuck gesetzt.
Weil Schnee und Perlen auch vor diesen weichen müssen
So werden sie dem Glantz des Himmels gleich geschätzt.
Allein wer kan euch gnug nach Würdigkeit erhöhen?
Je mehr man loben will je mehres trifft man an
Bis man aus Ungedult zu letzte muß gestehen
Man habe viel und doch ein wenig nur gethan.