Lob GOttes Aus dem Buche der Natur in einer freien poetischen Uebersezung des hu...

By Johann Justus Ebeling

Auf Seele lobe GOtt! den HErrn der Herrligkeit;

Denn Du o! grosser

Du glänzest in den Schmuck der

Die sich in aller Welt, zu deinem Ruhm ausbreiten.

Ein undurchdringlich Licht, ist als wie ein Ge- wand

Vor Dich Unendlicher! als eine Dek gespannt;

Du dehnst den Himmel aus, und seine blaue Bo-

Die wie ein Teppich sind mit bunten Schein bezogen.

Der Wolken Wasserschlauch stellt in dem Lufft- revier

Ein fliessend Wunder-Meer mit seinen Dünsten

Du brauchst der Wolken-Dunst, zu Deiner Gott-

Und wirst gleichsam von Wind als Fittgen fort-

Du machst das Geister-Heer, daß dir zu Dien- ste steht,

Daß sie dem Winde gleich, der schnel von dannen

Du machst die Engelschaar, die Dir stets freudig

Zu einem starken Chor entflammter Seraphinen.

Du bist ein grosser HErr, der diese Unterwelt,

Den schweren Ball der Erd, auf festen Grund ge-

Ob er gleich schwebend liegt; so kan er doch nicht

Bis ihn zum Untergang Dein Allmachts-Wort

Der Erdball ist von Dir mit Tieffen über- dekt,

Er schwimmt gleichsam im Meer, darin er ausge-

Der Fluthen Ungestüm, die Wirbel-vollen Wogen,

Die rauschen in die Höh, wenn sie Berg an geflogen.

Jedoch! so bald Du dräust; so sinkt die rege Fluth, Die Lob GOttes

Die schwellend sich gethürmt, auf steilen Bergen

Dein Donner schlägt darein, das ist Dein strenger

So fällt es in den Grund, und steht im Uffer stille.

Der Berge steile Höh strekt sich sehr hoch hervor

Der Gipfel schroffe Spitz steigt in die Lufft empor:

Du machst sie unten breit die schwere Last zu tragen,

Und auch zu wiederstehn, wenn dran die Ströme

Du hast der Uffer Rand dem Meer zum Damm gesetzt,

Damit die Erde nicht durch ihre Fluth verletzt;

Da sonst das nasse Reich der aufgeschäumten Wel-

Den troknen Erden-Ball würd immer überschwellen.

Du läst durch Dein Befehl in Thälern Brun- nen quelln,

Woraus in Gründen denn die sanften Bächen

Die wie ein Silber rolln, durch grüne Auen fliessen,

Und im geschlungnen Flus sich in die Seen giessen.

Damit tränkst Du das Thier das auf den Feld sich nährt,

Das sonst bei satter Kost der heisse Durst be-

Damit erquikkest Du, das Wild, die Hirsch und

Die lechzend ausgedorrt, nach frischen Quellen gehen.

Der Vögel zwitschernd Heer, das auf den Zwei- gen sitzt,

Und sich mit Laub bedeckt, indem die Sonne blizt,

Das singt mit Munterkeit, an denen kalten Bächen,

Die in ihr süß Geschrei, mit stillen Murmeln spre-

Du lässest in der Nacht der Berge Gipfel thaun,

Und tränkst mit Perlen-Safft die Felder, Gärten,

Die Deiner Allmacht Krafft mit Früchten ange-

Womit der Mensch, das Vieh des Hungers Plage

Das Gras das keimt hervor mit seiner grünen Zier,

Das legest Du dem Vieh zu seiner Nahrung für;

Durch Deine Seegenskrafft muß jede Art der

Das Du zum Brodt bestimmt zur Menschen Nutz

O! überschwengliche, allmächtge Gütigkeit!

Die uns mit Rebensafft, mit Wein das Herz er-

Die Oel zum Labsal giebt, und Brodt zur Leibes-

O! GOtt! wie gros sind doch! der Güte Wunder-

Du füllst die Bäume an mit einem frischen Saft,

Du giebest ihnen stets zu ihrem Wachsthum Krafft;

Man sieht durch Deine Macht der Cedern schlanke

Am hohen Libanon bis an die Wolken gehen.

Die Vögel nisten da in stiller Sicherheit,

Wenn sie im Cederzweig ihr Wohnhaus ausge-

Die Reiger wohnen da, auf hohen Tannen Gip-

Und suchen ihren Schutz auf den belaubten Wipfeln.

Die Gemsen nähren sich auf ihrer Berge Spitz

Die Steinklufft ist bequem zu einem Wohnungs-

Für die Caninichen, die in den hohlen Gründen,

In der gespaltnen Klufft die sichre Zuflucht finden.

Durch dich scheint uns der Mond, darnach das Jahr bestimmt;

Der Sonnen feurig Meer das an der Veste schwimmt,

Muß sich in seinem Lauf stets wunderbarlich drehen,

Und unserm Horizont des Abends untergehen.

Alsdenn verdekkest du uns mit den Flor der Nacht,

Der uns zur Ruhe weist, das Wild erst munter

Das aus den Löchern geht, und durch die Wälder

Wenn es recht kühle ist, die Nacht die Hitze tren-

Der Löwe der mit Recht der Thiere König heist,

Der was sein Klaue faßt in feurgen Grimm zer-

Kreucht aus der Höhl hervor, da er nach Raube

Bis ihn der Schöpfer hat den giergen Hals ge-

So bald am Firmament der Sonnen güldnes Licht,

Jm frühen Morgenroth, in hellen Tag ausbricht;

So fliehn die Löwen fort; und kriechen in die Höh-

Die sie zum Auffenthalt des lichten Tages wäh-

Das Sonnenlicht erwekt die Menschen aus der Ruh

Dann gehen sie vergnügt auf ihre Arbeit zu:

Da muß von Morgen an, bis in die Nacht stets

Der Landman der sich will an fetter Frucht ver-

O! HErr! wie gros und viel, hat Deine weise Macht

Jm Umkreis dieser Erd, zum Nutz herfür gebracht,

Die Deiner Güter voll, die weislich allzusammen,

In ihrer Ordnung sind, wie sie von Dir herstam-

Das weite Wasserreich der Meere tieffer Schlund,

Macht uns ein schuppigt Heer von vielen Fischen

Die wimmeln in der See, die gehn in kleinen Flüs-

Sind gros und kleiner Art, die wir zum Theil ge-

Da auf dem breiten Meer, auf ihrer glatten Bahn,

Sieht man den schnellen Lauf der vielen Schiffe

Da sieht man wie in Scherz die Wallfisch in den

Zu Deiner Allmacht Preis, bald auf bald nieder

Und alles was da lebt sieht HErr! auf deine Hand, Weil aus dem Buche der Natur.

Weil deine milde Güt der Kreatur bekandt;

Ein jedes will von dir des Lebens Nahrung haben,

Und sich zur rechten Zeit mit seiner Speise laben.

Wenn du die Hand aufthust, die vielen Vorrath hat,

So werden sie gespeißt von deiner Güte satt;

So haben sie genug bei freudigen Genusse,

Und leben ganz getrost in steten Ueberflusse.

Verbirgst Du deiner Güt liebäugelnd Ange- sicht,

So ist das Schrekken da, das jedes Herz zer-

Zeuchst du den Odem weg, so muß was lebt, erster-

Verfaulen in den Staub, und wie im Schut ver-

Und wenn Dein Odem haucht; so schaffet Dei- ne Macht,

Die alles was da ist, aus nichts herfürgebracht;

Du machst daß die Gestalt der Erde sich verjün-

Die gleich auf Dein Geheis verneurte Früchte brin-

Des Höchsten Ehre ist unendlich, keine Zeit

Schliest sie in Zirkeln ein, sie bleibt in Ewigkeit

Der HErr vergnüget sich, wie wir mit Lust be-

An jeder Kreatur, an seiner Hände Werkken.

Schaut er die Erde an, so bebt sie überall

Sie zittert vor dem Blik, doch ohne Sturz und Fall:

Und wenn sein strenger Bliz die steilen Berge rühret;

So wird daran ein Rauch voll Majestät gespüret.

So lang ich hier noch bin, erheb ich Lebenslang,

Den HErrn der Herrligkeit mit meiner Liederklang

Ich will den höchsten

Von nun an immerfort, mit Harf und Cymbeln loben.

O! säh ich das mein Lied, mein mattes Sai- tenspiel

Den König aller Welt mit seinem Klang gefiel:

Ich freue mich des HErrn; es müsse ihn mein Lallen,

Das aus den Herzen stammt, zu seinem Ruhm ge-

Der Sünder grosse Zahl vergehe mehr und mehr,

Und der gottlosen Hauff, die Schänder seiner Ehr.

Lob meine Seel den HErrn, und laß bei deinem Sin-

Zu seiner Gottheit Ruhm stets Halleluja klingen.