Lobgesang Jesu Christi.

By Martin Opitz

Das Wort war vor der Zeit bey Gott von Gott erlesen

Vnd selber Gott mit Gott dem Vater in dem wesen:

Doch gleich so wol der Sohn: der von dem Vatter hat

Gewalt vnd Herrligkeit: des vatters wort vnd raht.

Vnd da des Himmels Baw mit Wolcken ward vmbschlossen

Der tieffe Grundt der See mit Wässern vbergossen

Die Sternen in der Lufft gesetzt in jhren standt

War er des Vaters hülff vnd seine rechte Handt.

Er war der anbegin der anfang aller sachen

Er war in dem begin halff alle dinge machen.

Er war das ware Liecht: daß Liecht so vnverwacht

Kam in die finsternüß kam leuchten in der Nacht.

Auß eigentlicher Krafft in dieses Elendt kommen

Verworffen vnser Fleisch vor vns den Todt genommen.

Vnd darumb ist er Gott: weil seine Menscheit kömpt

Nur von der Gottheit macht vnd von sich selbst bestimmt.

Ist worden wahrer Mensch vnd wahrer Mensch gebohren

Auß eigener gewalt: Er hat das Fleisch erkohren

Da er war ohne Fleisch: Er hat durch seinen Raht

Noch wahrer Gott allein genommen diese statt.

Eh’ als er Mensch noch war eh’ als die Menschen waren

Beschloß er bey sich selbst vor sie herab zue fahren

Zue werden das wir seyn. so rhürt die Sterbligkeit

Von dem so ewig ist so war vor aller Zeit.

Denn er die Weißheit war des Vatters vnd das Leben

In allem was da lebt; der allen hat gegeben

Ihr wesen lauff vnd art: eh Sonn vnd Mondens schein

Die Augen dieser Welt geschaffen worden sein.

Eh als die Weltgehört von Monden oder Tagen

Eh als sie selber wahr wahr Gott mit jhm vertragen

Der Vatter mit dem Sohn: das vollige gewalt

In allem was er hat dem Sohn jst heimgestallt.

Der Vatter vberall der Sohn zuegleich in allen

Des Vatters Ebenbildt des Vatters wolgefallen

Gott selbst ein ewig Gott. doch ob wol nicht vorhin

Der Vater gab dem Sohn als Vater den begin.

Auß jhm vnd nicht nach jhm. Wie wolten wir doch mahlen

Die tieffe heimligkeit? Sih’ an der Sonnen stralen

Sie scheinen nicht zuevor sie sein auch nicht nach jhr

Mit jhr vnd aus jhr doch. so geht es auch allhier.

Was schiffen wir so hoch? ich bitte laßt vns reichen

So weit es sicher ist vnd für den klippen weichen.

Ein Pferdt das vngezäumt sich braucht der grossen macht

Hat seinen Meister bald zue leid vnd fall gebracht.

Die von der erden gehn vnd auff den Himmel dencken

Sind ohne Ruder auff vnd wissen nicht zue lencken.

Der Ancker ist hier guet. des Menschen schiff vergeht

Der blind vnd vnbedacht nach Gottes Weißheit steht.

Nach dem das schöne Feldt in

Mit vnerschöpffter lust vnd frewden vbergossen

Das

Vnd wegen jhrer schuldt der Garten ward versagt

Kriegt er den segen nicht durch Gottes Zorn vertrieben

Hat sich vnd vns gestürtzt ist Arm vnd dürfftig blieben

Dem gueten gram vnd feindt besudelt vngesundt

Verändert vnd verfälscht verderbet in den grundt.

Im Menschen ward der Todt vnd mit jhm auch gebohren

Verlassen von jhm selbst vnd durch jhn selbst verlohren;

Durch

Mitt

Noch ließ der grosse Gott sein Vatterhertze wallen

Voll von Barmhertzigkeit: daß

Er hat jhm auff der stett da alles war verzagt

Die hohe werthe hülff vn mittel zuegesagt;

Das er vnd sein geschlecht nicht ewig solten schweben

In solcher Trawrigkeit vnd stets verbannet leben:

Des Weibes samen würd in seiner Zeit entstehn

Dem Feinde mit gewalt vnd macht entgegen gehn

Zertretten seinen Kopff zuestören überwinden

Den argen Seelen feind den reitzer zue der Sünden.

Diß grosse thewre Pfandt der schatz ward auff der fahrt

In Gottes Sinn versaßt beschlossen vnd verwahrt

Gezeichnet fest gemacht besetzt an allen enden

Mit siegeln von Demant: in Gottes Sohnes Händen

Gelegt in seine Schoß als rettung in der noth

Als mittel vnd Artzney für Teuffel Hell vnd Todt.

Vnd da die grosse Flut von oben abgeschwemmet

Floß vber alles Volck da alles ward verschlemmet

Vnd da die wilde See biß an die Wolcken trat

Vnd zu den Sternen selbst sich auffgeschwellet hat

Ist Noa vnd sein Hauß auff diesem Block geschwommen

Beschlossen in ein holtz herauß auch wieder kommen:

Vmbgeben von der Flut getrieben durch den sund

Zwar ausser Menschen trost doch inner dem verbundt:

Den du hernach sehr klar mit Abraham thetst machen

O grosser Menschenfreundt vnd richter jhrer sachen.

Von da an ist der Mensch gewesen allbereit

Dein wünschen deine lust sinn vnd ergetzligkeit.

Iehova sey gelobt: du hast auch da begonnen

Zue dencken auff dein werck deß Vaters sinn gewonnen

Der vber Adams schuld ergoß deß eyfers Meer.

Du bist Emanuel von diesen zeiten her:

Bist kommen da wir sein den Himmel schier vergessen

Hast Abraham gezeigt das Landt so er besessen

Hast sicher jhn geführt geleitet mit der Handt.

Der alte Vater gieng in vnbekandtes Landt

Durch glauben nur allein: Hat Isaac gebohren

Deß segens grossen stam̃ die wurtzel dir erkoren:

Von dem kam Israel der starcke kühne Heldt

Der Heldt so wider dich zur wehre sich gestellt:

Gleich wie ein Jüngeling von süsser brunst entzündet

Geht seinem Liebe nach: seufftzt wan er sie nicht findet

Sein Hertz’ im Leibe bricht: er ist auff sie bedacht

Wann alles lebt bey Tag’ vnd alles schläfft bey nacht:

Geht vberall ihr nach mit eusserstem verlangen

Bewahrt sie siht sie an von jhrer huldt gefangen:

Sein Augen stehn auff sie: der Geist ist jhm beschwert

Kömpt nimmermehr von jhr biß sie jhm wird gewehrt.

So wahr es auch mit dir: da Joseph lag begraben

Vnd dein bedrängtes Volck das joch getragen haben

Da hast du sie befreyt: du hast sie für gefahr

Bewahrt geführt beschützt biß in die viertzig Jahr:

Verköstet vnd erquickt beschirmt zue allen seiten

Sie lassen durch die flamm’ in Waldt vnd Büschen leiten.

Mit Wasser aus dem Stein’ vnd Brodten aus der Lufft

Das Volck das Grosse Volck erhalten vnverhofft.

Ja wieder den gebrauch vnd aller Länder sitten

Bewiesen deine gunst. in jhren Leib geschnitten

Der wahren zukunfft psandt: gegeben in den mundt

Wie du noch jetzund thust den eusserlichen bundt.

Die wüste See gelegt die Wässer auffgehangen

Das Jacobs Kinder gantz sind trucken durch gegangen

Wie vber festes Landt. der Pharao versanck

Vnd alle seine macht vnd Reuterey ertranck.

Dann Richter eingesetzt dann König’ außerkohren

Vnd auch den grossen Heldt von

In ewigkeit gekrönt vnd nach jhm

Das Volck durch grosse noth gebracht aus

Durch

Ierusalem erweckt sich wie der lassennehren:

Vnd wiederumb das Volck durch

Vnd grosse freundligkeit erquickt vnd auffgericht.

Hast offtmals angesagt du woltest kürtzlich kommen

Wie du dir vor der Zeit aus liebe vorgenommen

Biß das der groffe raht so offt vnd viel berhürt

Bezeuget vnd ernannt ward endlich außgeführt;

Das der Gott

Ihm selbst solt’ ein gesetz’ vmb vnsert willen machen;

Zue werden das wir sein: vnd das der feindt der Welt

Würd’ in dem schlechten schein’ vnd nidrigkeit gefellt.

Die Botten die rundt vmb den Himmel allzeit schweben

Vnd sich zue deinem dienst’ ohn vnderlaß begeben

Seind willig vnd bereit. Der schöne

Kömpt von dem Himmel her auff deinen anbefehl

Nach

Der Juden bestes Landt: ist durch die lufft gefallen

Hat sich herab gemacht durch dein gebot vnd raht

Biß hin in Nazareth der Galileer Stadt.

Alldar die grosse Braut des Himmels war zuefinden

An die er war gesand die Botschafft zue verkünde.

Ihr Hertz war voll von Gott sie hielt in jhrer handt

Sein wort vnd seinen bundt. der Himmlische gesandt

Vnd Heroldt studt vorjhr; der durch den weg gezogen

Der vngebähnten lufft kam plötzlich hergeflogen

Gesendet durch den Printz vnd Fürsten den niemandt

Als in dem geist’ allein vnd hertzen hat erkadt.

Gleich wie der Mensch im traum wird offtermals was innen

Schläfft halb vnd wachet halb kan doch sich nicht besinnen

Weiß von sich selber nicht siht nur was für sich gehn:

So sieht die reine Magdt den Jüngling bey jhr stehn.

Sein haar ist noch betawt die Lufft hat jhn befeuchtet

Vnd des gewülckes naß; sein Angesichte leuchtet

Die wangen sind schneeweiß wie wann der Sonnen liecht

Zue abend’ vndergeht vnd wann der tag anbricht.

So bracht’ er jhr den gruß mit worten voller machten

Die Gott (owunderwerck!) jhr in den Leichnam brachten.

Biß einen Sohn die Fraw so eine Jungfraw war

Vnd jhren Vaterselbst ein Menschenkindt gebahr.

Der vor dem Himmel war der See vnd Meer verschantzet

Der diese weite Welt mit seiner Handt gepflantzet

Der zierlich auffgeführt den Him̃lischen Pallast

Der Künstler dieser Welt kömpt wird in jhr jhr gast.

Der erbsaß’ vber das so vberall zue finden

Der mit dem Blitze spielt derruffen kan den winden

Der mit des Donners macht das gantze Landt erschellt

Vnd biß zue wurtzel auß die Bäwme niederfellt:

Der nicht gebohren ist doch vor der Zeit erzeuget

Ohn anfang maß vnd ziel vor dem die Welt sich beuget

Der biß zum Himmel reicht der auff den Wolcken reitt

Iehova ohne nam beschleußt sich mit der Zeit:

Beschleißt sich kompt zu vns wird von der Magd empfangen

Vnd auff die Welt gebracht. sie wachet mit verlangen

Sie wartet auff die zeit sie steht in frewd’ vnd scham

Verstummet das Gott wird jhr Sohn vnd Breutigam.

Der Monde wahrneun mal mit newgespannte Pferden

Gelauffen vmb vnd vmb den runden kreiß der Erden

In dem die Jungfraw trug:

Hatt’ vnder sein gebiet die Juden auch gebracht:

Der diese gantze Welt zum erstenmal verschrieben:

Der fromme Joseph kam zuegleich mit seiner Lieben

Gab seinen namen auch. der Weiber kron vnd zierdt

Maria ward von jhm nach Bethlehem geführt:

Wo

Noch schlecht vnd vnbekandt die Schaffe mussen weiden:

Biß daß der Himmel jhm vor seinen Hirtenstab

Den Scepter vnd die Kron der ewigkeiten gab.

Allda er zuevorhin von Gottes Geist gezwungen

In seinem Geist’ entzündt manch schönes Liedt gesungen

Von dem der jetzundt kömpt: der König vnd der Hirt

Der selber nun ein Mensch vor alle Menschen wird.

So kamen sie dahin. die Sonne wargereiset

Biß daß sie stille steht vnd jetzt zue rücke weiset

Die Pferde nach vns zue: da

Den angenemmen Tag vnd schöne liecht wegraubt.

Den Flecken sie erreicht durchflogen von dem Regen

Vnd von dem strengen Schnee vnd von den langen wegen:

Insonderheit die Magd bey der Gott eingekehrt

Hat einen kleinen platz zue jhrer rhue begehrt

Von vielen nicht gekandt von andern auch vernichtet

Wie dann die schnöde Weltgar vnbedachtsam richtet.

Kein örtlein war mehr da. muß ligen in den Stall

Wird Mutter bringt das Kind so HErr ist vberall.

Iehova kömpt züe spat. nach dem viel alter Väter

Vnd Botten vorgesandt: die welt ist voller Götter

Das Erdtreich ist zuetheilt man rufft sie an in noth

Die Götter zunfft ist groß vnd mangelt doch an Gott.

Neptunus hat im Meer die volle macht bekommen

Sein Bruder

Der dritte hat die Höll’: hier ist der Schäffer

Sie zweiffeln wie sie wol mit so viel Götzen dran.

Die Blindtheit ist auch nicht mit worten außzuesprechen:

Sie feyren jhre sünd’ vnd eigene gebrechen.

Dann

Vnd

Der Oberst’ vber sie ist fleissig nach zufragen

Vmb schönes Weibes volck mit jhnen sich zue jagen:

Er lesst den Himmel stehn voll schändtlicher begiehr

Wird bald ein weisser Schwan bald wird er auch ein Stier.

Was alle Welt sonst strafft von dem man nie gehöret

Was wider die Natur das wird zue Rom geehret:

Sie bawen Kirchen auff sie feyren vnbedacht

Was sonsten jederman verhöhnet vnd verlacht.

Vnd wo der Römer reich vnd herrschafft hingewichen

Die jhren narrentandt geerbet von den Griechen

Gehn auch die Götter hin. der starcke Persier

Lesst seine Sonne stehn nimpt diese Götter her.

Vnd da

Harmeckicht brückeloß mit wüstem sturm’ vnd brausen

Vnd da das kalte Volck vnartig auff dem Feld

Vnd auff den Wagen lebt zu niemand sich gesellt.

Athen das weit vnd breit mit seiner Kunst erschollen

Hat jhm ein eigen fest bey nacht erdencken wollen:

Läufft nach

Mit stiller Heiligkeit vnd wenigen bekandt.

Egypten gleichfalls auch lesst seine thorheit spüren

Vnd sucht

Das weitberhümbte Kalb an einer seiten bundt

Den wilden Crocodil

Iudea Gottes hauß muß im gesetze wachen

Helt vil auff

Doch anff

Ist niemand der in sucht vnd der jhn zue sich nimpt.

Sie wündschten sehr nach jhm sie zehlen alle tage

Ihr keiner ist der nicht von seiner zu kunfftsage:

Stehn allzeit auff der hut vnd wachen ohne rhue:

Nach dem er aber kömpt sind alle thüren zue.

Die Welt ist gleichsamblind die Welt ist gantz entschlaffen

Kennt auch denselben nicht der doch sie hat geschaffen.

Der Herscher vber See den Himmel vnd die Höll

Ist in dem seinen frembd’ vnd selbst in Israel.

Der Himmel schämet sich die schönen Engel fliegen

Von dannen zue vns her sehn jhren Printzen liegen

Geworffen in den Stall. die Sternen werden bleich

Das der so niedrig ist dem niemand doch ist gleich.

Die bänder des Gestirns die durch die grosse Schantzen

Der vnbepfählten lufft stets in bewegung tantzen

Die beben. sonderlich der eine Stern von dar

Tritt vber seinen Kopff nimpt seines Meisters war:

Geht aus es kundt zue thun den Weisen zue verkünden

Die ferren sind von dar wo sie jhn sollen finden

Vnd jhm sein’ ehre thun. noch eh der Tag anbricht

Fellt auß der hohen Lufft der Engel klares liecht.

Die newe Reuterey der starcken Himmelshelden

Die allzeit stehn vor Gott vnd seinen ruhm vermelden

Belägeren das Hauß so vnwerth vnd so klein

Vnd machen sich herab zue jhrem Capiteyn:

Vnd sagen frieden an verkündigen das leben

Das nun den Menschen wird in ewigkeit gegeben;

Zue Gottes ehr’ allein: vnd singen einen thon

Der aus dem Himmel fleußt nicht aus dem

Nicht ferren von dem ort’ vnd für der Mutter füssen

Tritt

Der nun geboren war mit

Der weggeht wiederumb gantzlustig vnd erfrewt.

Nun geht jhr Kinder geht vnd lehrt die büsche singen

Ein Lied ein Wunderlied von vnbekandten dingen:

Das

Vnd eine newe weiß’ hierauff ihm hat erdacht

Das

Das

Das er so artlich spielt nach seiner leyerkunst

Nicht

Noch

Mit dem man sonsten pflag sich weit vnd breit zue üben.

Ihr Lied war von der Braut so newlich in der nacht

Hatt’ jhren Vater selbst auff diese welt gebracht.

Der fromme

Vnd weiß nicht was er thut: denckt wie doch diß sein können

Verw undert vber Gott. wann er das Kindt beschawt

Siht er die Jungfraw an so jhm vorhin vertrawt.

Die Jungfraw so da sitzt mit heiligkeit vmbgeben

Vnnd wie im Himmel selbst siht allenthalben schweben

Die gläntzend’ Engel schar die mächtig Himmelskrafft;

Ist vberall vmbringt von Gottes Bürgerschafft.

Bald sieht sie auff das Kindt bald lesst sie höher steigen

Die Augen muth vnd sinn Gott danckbar anzuzeigen

Ihr niedriges Gemüt. kömpt weiter mehr vnd mehr

Giebt jhm allein das lob giebt jhm alle in die ehr.

Das Kindt liegt da vor jhr beginnt sie anzublicken

Durch seine freundligkeit jhr Hertze zu entzůcken

Sie lieblich anzusehn zu bieten jhr die Handt

Vnd wirfft jhr vmb den Halß der ärmlinn süsses bandt.

Sie blickt es wider an muß wieder zue jhm lachen

Aus Mütterlicher huldt. denckt an die hohen sachen

Voll von demütigkeit vnd von gedancken groß

Vnd hat jhr Hertz auff Gott der liegt in jhrer Schoß.

Bald wird die Jungfrawschafft jhr zue gemüt geführet

Die sie so hoch geliebt die jhr das Hertze rhüret:

Vnd offtmals wan sie küßt das Kindt das schöne Kindt

Das immer mehr vnd mehr der Mutter sinngewinnt

Bedenckt sie wer sie ist vnd wie sie doch sey kommen

In diesen newen standt vor Mutter angenommen.

Lesst sincken auff die Erdt der schönen augen liecht

Die edle röthe mahlt jhr weisses angesicht:

Die scham bezwinget sie derfrewdigkeit zu wehren

Sie bringet an den tag die Jungfräwliche zehren:

Die Tochter jhres Sohns voll hoher niedrigkeit

Die offte weinen muß in jhrer lust vnd frewd.

Gleich wie der schöne Stern der’s morgendts lesst beschawen

Sein purpur angesicht vnd macht den Himmel tawen

Durch seinen güldnen schein: vnd wie wann es noch kühlt

Die rote morgensonn mit jhrem fewer spielt:

Wie eine rote Roß’ erst jung vnd auffgeschossen

Wird durch die kalte nacht mit weissem taw begossen;

So war sie auch von glantz vnd herrligkeit erfüllt

So war von threnen naß das edle rosen bildt.

O Mutter vnd zuegleich auch Jungfraw laß doch fahren

Die sorgen: dann dein Sohn der wird’ dich selbst bewahren

Vnd deine Jungfrawschafft: Gott hat dich außerwehkt

Gott hat dich selbst gefreyt den Himmel dir vermählt.

Laß sehn dein Mutterhertz. Ey liebe ey erwecke

Dein freundliches gemüt dasselbe nicht verdecke.

Ob er gleich jetzund ligt arm elend kalt vnd bleich

Ohn herrligkeit vnd macht ist er an macht doch reich:

Die Sonn’ ist vnter jhm: der Monden mit dem wagen

Kehrt ein in seinen hoff: den nächten vnd den tagen

Vergönnet er sein Hauß: das Goldt so für vnd für

In

Orion geht durch jhn in diesen schönen wegen

Geschickt auff seinen dienst steht mit dem blossen degen

Der wagen helt auff jhn wan er nur eines winckt

Der aus der kalten flut der

Begraben in das stro ist vber alle sachen

Dadurch jhr Rom die Welt darff vnderthenig machen:

Geleget in die kripp’ erkältet arm vnd bloß

Ist vber allemacht der Himmel ist sein Schloß;

Die balcken sind die lufft von Osten biß in Westen:

Die Wolcken sein Castell: die grosse See die festen:

Die Welt vnd wir sein Hauß: was man nurnennen kan

Wo das er ligt vnd geht ist gantz jhm zuegethan.

Laß

Laß jhm den Purpurrock als aller länder Herren

Mit Sternen außgestickt: die Thonaw vnd der Rein

Die neygen sich für jhm so nun gewonnen sein.

Laß jhn in seiner pracht laß jhn hochmütig tragen

Biß auff

Das köstliche gebäw: von da er rundt vmb sieht

Die gantze weite Welt sein’ herrschafft vnd gebiet.

Diß Kindt ligt vber jhm.

In freyheit

Das

Jordanes sey getrost vnd Sion sich erfrew.

Das

Vnd seine Palmen trag’ vnd Lorberkräntz’ auffsetze

Da Rom so sehr auff pocht die

Vnd sie mit seiner Handt in

Biß willekomm o Kindt gesehn an allen enden

Verkündigt in der Lufft: durch den sich muß verwenden

Des Himmels firmament: die Weisen kommen an

Geführet durch dein liecht dich danckbar zue empfahn.

Biß willekomm’ o Kindt gewündscht vor tausendt Jahren

Vnd tausendt Jahr darzue; jetzt endtlich wiederfahren

Hast jetzt dein volck besucht. bist du nun bey der handt

O gast des Abrahams o Jacobs wiederstandt?

O seht wie klein ist doch wie schwach wie gantz verlassen

Den Cherub nicht bedeckt vnd nicht vermag zue fassen.

Der so den Himmel füllt der alle Welt ertregt

Wird mit der Handt gefaßt vnd wieder hiengelegt

Der grosse Capiteyn für dem sich alle schewen

Der wagen Israels vnd jhre Reutereyen:

Ihr Bollwerck jhre Schantz’ jhr Meister in dem Feldt

Der Feldtherr seines Volcks vor dem sich nichts enthelt.

Der ohne Spieß vnd Pfeil ohn einig Roß vnd Wagen

Viel tausendt Männer hat auss eine nacht erschlagen

Dem stoltzen

Vnd mit gewalt erlöst Jerusalem aus noth.

Biß willekomm o Kindt an allem ort gepreiset

Wo

Von

Der schönste den man find von

Du edle Rose du holdtseligster vor allen

Wie vnwerth bist du doch? wie bist du so verfallen?

Vnzierlich vngeehrt. hier lieget der sonst steht

Viel höher als der Mond’ vnd als die Sonne geht.

O Fürst aus

Mit Honig da sie gar von keinem Winter wissen

Da immer Blumen stehn: wer hat dich so verwirrt?

Wo bist du doch jetzund? wie hast du so geirrt?

Bist kommen ohne Kleidt in diesen strengen tagen

Durch gangen von dem Wind’ hast schnee vnd frost ertragene

In dem die kalte lufft in alle glieder schleicht

Der Mensch zue eisse wird vnd

Ach das die Töchter doch von

Die Kleider vber dich dein Läger zubereiten.

Ach das der scharffe Nort so prauset ohne rhue

Ach das das bitter’ eiß dir ja nicht schaden thue.

Ach das des Adams Söhn jetzt kämen zugelauffen

Die du nun wiederumb vom Sathan mußt erkauffen

Vnd schawten in dem Stro des Himmels höchste zier

Vnd alle truckneten die threnen ab von dir.

Das

Wann er auff

Vnd blase wo du bist: der gantze Himmelsbaw

Komm’ her an diesen orth mit seinem süssen taw.

Ach das der Winter sich mit seinem greisen haare

Verender’ in den Lentz jetzt schloss vnd kälte spare.

Ach das der Sommer doch dich kenn’ vnd komme her.

Ach das das lange Jahr sich lieber gantz verkehr.

Ach das die Bienen sich an diesen platz begeben

Vnd vmb den süssen mundt vnd kleine lippen schweben

Die nichts als Manna sind vnd besten Zuckers voll

Darauß die rechte lust des hertzens fliessen soll

Vnd trieffen vber vns. ach das doch in der summen

Die Blumen allerhand auff diese krippen kommen

Vnd krönen jhren Printz bezeugen allerseit

Das du jhr Meister bist das du bist Herr der Zeit.

Die Kinder auch der Lufft die Vögel sollen springen

Hier inner diesem Stall’ vnd lieblich bey dir singen:

Biß willkomm biß willkom̃: das jeder so beweist

Das du bist der sie nehrt das du bist der sie speist.

Ach! ach! der anbegin ist anders nichts dan leiden

Dann pein vnd groß verdruß. man soll das Kindt beschneiden:

Die Jungfraw treget es. jhr Mütterlicher sinn

Gibt threnen vor das Blut gibt jhre gaben hin

Bezahlt sein’ erste pein muß kauffen seine wunden

Vollbringen das Gesetz’ ob gleich er nicht verbunden

Mit Sündenwie sonst wir: sie selber bringt jhn dar

Vnd sieht dem wercke zue. diß war sein newes Jahr.

Herodes schnaubt vnd tobt gedenckt jhn vmbzubringen

Vnd als er innen wird es wolle nicht gelingen

Erwürget der Tyrann die Kinder groß vnd klein:

Diß arge Blutbadt muß sein willekommen sein.

Sey willkomm hier bey vns. das jederman sich ziere

Das diesen Tag begehn die Menschen vnd die Thiere.

Die See sey ohne Schiff der Himmel ohne Wolck

Die Winckel ohne Werck die Strassen ohne Volck.

Der Bawer so fortan sein Feldt wird sollen pflügen

Lass’ jetzt die Pferdte stehn den Pflug vnd Ege liegen:

Der Kriegsmann sein Gewehr. die Lehrer halten inn

Mit jhrem newen streitt von Gottes tieffem sinn.

Biß willekom o Kindt das Simeon thut singen

Macht Zacharias stumm. Ich seh Johannes springen

Vnd hüpffen auff dich zue vor grosser wonn’ vnd frewd:

Er wil zu dir eh er vnd du gebohren seyd.

Du solst gehn auff den Berg die stimme lassen hören

Wie du zuevor gethan vnd dein gesetze lehren

In grosser herrligkeit gesessen bey der lufft

Auff deinen hohen Stuel den völckern zuegerufft.

Der vormals das Gesetz’ auff

Solt’ es jetzt wiederumb von newen wiederholen

Auff

Nicht lange zeit hernach gar kürtzlich eingefaßt

Schier in ein wort gebracht:

ErST GOTT VON HER TZEN GRUND, VON GANTZER

(kRAFFT UND SINNEN;

DeN NECHSTEN ALS UNS SELBST. Wer dieses hal-

(ten kan

Der ist schon außgelehrt vnd hat genug gethan.

Biß willkomm hier bey vns. ich seh den Teuffel ziehen

Vnd lauffen vor dir weg die Kranckheit gleichfalls fliehen:

Die Blinden wieder sehn: recht gehen her vnd hin

Die lahm vnd krüpel sein. O grosse

Du solst durch deine macht viel tausendt Männer speisen

Du solst die Todten selbst aus jhren gräbern weisen

Vnd leiten an den tag sie bringen an die Sonn

Vnd gantz zuerücke führn auß

Du solst die wilde See biß an die lufft gestiegen

Mit deiner Augenkrafft bezwingen still zue liegen

Vnd wann es dir beliebt auch auff den wilden Fluß

Der

Wie auff das truckne Landt. du solst die grossen plagen

So von dem monden sein zuestören vnd verjagen

Vnd auß dem Leibe thun verendern in das Liecht

In flamm’ vnd herrligkeit dein eigen Angesicht.

Den Fischen schaffest du zue schwimmen auff die erden

Zue zahlen deine schuldt den Bäwmen dürr zu werden:

Vnd

Verwandeltseine krafft in angenemen Wein.

O grosser Menschenfreundt eh als du bist geboren

O starcker Menschenschutz nach dem er war verlohren

Was hast du nicht gethan was hast du nicht gemacht

Zue seiner hülff vnd trost? was hast du nicht bedacht?

Doch sonderlich das Volck auß Israel entsprossen

Mit Butter vnd mit Milch vnd Honig vbergossen.

Wannher kömpt dann jhr haß jhr grosser eyffer nun

Die falschheit des gemüts jhr frevel den sie thun?

Wer hat diß volck gemacht? wer hat sie doch erzeuget?

Hat sie die wüste See in jhrer Schoß geseuget?

Hat eine Löwinn sie geworffen in der Heidt

Das sie den creutzigen der sie liebt jederzeit?

Der jhnen zuegesagt verkündigt angewiesen

Beschrieben angelobt vor langer zeit gepriesen

Der Vater seines Volcks: das weitberhümbte Lamm

Bekandt Egypten durch vnd in dem Lande

Der grosse wunderstern der

Zue Moabs vntergang gezwungen jhm zue dienen:

Den er verkündigt hat: der Juden Kriegesheldt

Viel Jahre vor der Zeit eh er kam auff die Welt.

Judea gantz verstockt Blutgierig Blindt ohn ende

Ermordet jhn noch selbst legt selbst an jhn die Hände

Geht wieder alle recht durchbohrt mit eygner handt

Der von dem Himmel wahr zue jhnen hergesandt.

Der mit der gantzen last des Vaters vngenaden

Vnd vnser bösen that hengt an dem Holtz beladen

Gepreßt verspeyt gedrückt veracht geschmäht verspott

Verlassen von der Welt vnd wegen jhr von Gott.

Das alles was hier ist siht seinen schöpffer hangen

Die Himmelweite Lufft doch klein jhn zue vmbfangen

Vnd wird nun mit gewalt (o leidt o grosse noth)

Gezwungen anzuesehn jhrs eignen Vaters todt.

Die Sonne flohe vor: der Himmel gantz bestůrtzet

Der hat sich fort gemacht der Welt das Liecht verkürtzet

Vnd als er zugesehn das er sein Haupt geneigt

Hat er den tag verdeckt vnd schrecklich sich erzeigt

Der fürhang in der Kirch’ auffs künstlichste geweben

Mit schönem Scharlachroth hat einen krach gegeben

Geriessen durch vnd durch: die Stein’ ohn wiederhalt

Sind häuffig vmbgekehrt zusprungen mit gewalt.

Der Vater

Die grosse laßt der Welt auff seinem hals’ erschüttert:

Er war des tragens satt vnd wolte lassen gehn.

Natura bebete vermochte nicht zue stehn

Sie seuffzete so sehr das es die erd’ empfunden

Die Pforten auffgethan die tieffen offen stunden.

Das Erdtreich brach entzwey biß an

Vnd

Der tolle

Ward wütendt vnd ergrimmt rieß drey mal von dem Bande

Ließ stehn das Thor von Stahl so seiner huet vertrawt

That seinen rachen auff vnd heulet’ vberlaut.

Tisiphone verstummt mit grosser furcht vmbfangen

Verwirret siebenmal die abschewliche Schlangen

Der brennende Morast des

Speit flocken Fewer auß leßt dampff vnd nebel loß.

Gleich als auch

Ein’ vngegründte See der flammen in die lüfften

In der

Das gantze Landt erbebt vnd wird davon bewegt

Trinacria hüpfft auff von starcker brunst gezwungen

Der rauch kömpt mehr vnd mehr biß in die Lufft gedrungem.

Die todten hörten es vnd stunden wieder auff

Biß nach

Die Todten brachen auß vnd giengen selbst zue sagen

Zu zeugen vberall das

Ermordet vmbgebracht zuebrochen vnd gefellt

Vnd das jhn hab’ erlegt

Der mitten durch das Grab den dritten Tag gebrochen.

Der Todt lag vnter dir an dem du dich gerochen

Den du verhönet hast der Teuffel sah’ es an

Das sich der Himmel dir hat selber auffgethan

Das du mit vnserm fleisch den Himmel eingefahren

Das erdtreich vnd die See mit hundert tausendt paren

Der Engel sahen an da du durch deine macht

Hast vnser Fleisch vnd Blut hoch vber vns gebracht.

Von da schickst du den Geist der außgeht von euch beiden

Dem Vater vnd dem Sohn von euch doch vnterscheiden

Ist das jhr beide seidt: ist beide das jhr seidt

Vnd ist das jhr nicht seidt: mit beiden vor der zeit.

Von da du wieder wirst zue vns herunter fallen

Vnd lassen die trompet durch alle Welt erschallen:

Zuerichten alles Fleisch das noch auff Erden lebt

Vnd das in Finsternuß des bleichen Todes schwebt.

Erlöser sey gegrüst der alles hat bezwungen:

O grosser starcker Löw aus Israel entsprungen

Aus

Vnd der nach

Der wiederumb das Feldt in

Cocytus zuegestopfft vnd Pytho tod geschossen

Zuebrochen seine macht. O Samen groß von that

Der

Die riegel abgethan des Teuffels reich gewehret

Das sehr gewaltig war das alte joch verheeret

Das

Mit tröstlichem gebot; vnd newen bundt gesetzt.

Das ende dem Gesetz’ vnd ende den Propheten

Das

Das ende dem Gesetz’ vnd wieder der begin:

Den

Erst

In aller seiner noth: dem guten Mann gefchrieben

Ein’ handschrifft in die lufft nach dem jhm gunst geschehn:

Die vns zue troste noch garoffte wird gesehn.

Den

Den

So vieler Feinde krafft: der

Den

O wahrer Menschen Sohn (so hat es dir gefallen)

Vnd zwar der andere deß namens doch für allen:

O nam o süsser nam für welchem spat vnd frü

Biß in den Himmel zue sich beugen alle knie.

O Jesu süsser Nam süß vber alle wiesen

Süß vber Honigtaw noch nie genung gepriesen:

Süß vber alles das was

Süß vber alles süß das jergendt jemandt kennt.

Süß vber alles süß darauff die Menschen schawen

O rechter

Elia sey gegrüßt: durch deine Himmelfahrt

Elias in der Lufft vnd Jonas groß von art.

Beschnitten vnd getaufft gelitten ohne leiden

Gestorben ohne Todt hast nicht Gott mussen meiden:

Als der du selbst bist Gott vnd warest schon bey Gott

Da du noch ohne Fleisch vnd mitten in dem Todt.

Auff eine zeit bey Gott vnd Gott; todt vnd begraben.

Begraben ward das Fleisch mit hocherkaufften gaben.

Die Seele stets bey Gott vnd bey dem Mörder war:

Die Gottheit war vnd blieb bey allen beyden gar.

Von Gott dem Vatter selbst in deiner tauff gepriesen

Als Gott vnd als der Sohn: vnd von dem Geist gewiesen.

Da sehen wir euch drey vnd doch nur eines sein

Vnd ob jhr drey schon seyd seyd jhr doch ein’s allein.

O rechter todes todt durch den wir heil empfunden

Vor dem der Himmel bebt die Wolcken stehn gebunden

Die Sternen halten still vnd zittern all zuemahl:

Vor dessen grosser krafft der Printz der schönen zahl

Die Fackel in der lufft der Wagenherr der Erden

Die brennend’ heisse Sonn vmbgürtet jhren Pferden

Den schwartzen schein dernacht. vor dessen hellen liecht

Die grossen

O König sey gegrüßt von ewigkeit gebohren

Von ewigkeit gekrönt von ewigkeit erkohren

Melchisedech recht gleich. o Priester ohne zeit

O ewiger Prophet Levit in ewigkeit:

Gesalbter sey gegrüßt mit süssem taw bestriechen

Der nimmer wird vergehn der ewig wohl wird riechen

Mit Specerey der frewd mit öl recht angewandt

Zue dem dreytopplen ampt zue dem du bist ernant.

Messia sey gegrüßt weg warheit vnd das leben

Gott’s warheit Gott’s verstand Gott selbst Gott vns gegeben

Das wort der werthe schatz der wunder-ackerßmann

Der seine Schauffel tregt das Korn recht worffen kan:

Der an den bawm gesetzt die Axt glatt abzueschlagen

Die äste so nicht gut vnd keine früchte tragen:

Der bodenlose schatz der Eckstein für das Hauß:

Der mit der grossen Faust die Welt spannt auß vnd auß.

Das

Der erstling aus dem Volck die in der Erden ligen:

Der rechte Friedenfürst der grosse menge voll

Der starcken zu der beut’ vnd raube kriegen soll:

Derselbe diesen Tag vnd gestern vnd auch morgen:

Der Engel in dem rath so lange war verborgen

Der Engel der sein Volck mit offenbahrer macht

Hat fridlich vnd in ruhe in

Mit schrecken vnd gewalt sich widersetzt den Städten

In dem gelobten Land’ vnd Israel vertretten.

Deß Davids deines Knechts Herr Meister Capitein;

Der Hirt’ vnd auch das Schaff der Weingart vnd der Wein.

Die Fackel vnd das Liecht das denen glantz sol geben

Die in der Finsterniß vnd todesschatten schweben.

Das wahre Horn deß heils: die Perle groß von preiß

Die Sonn so immer steht die rechte Seelenspeiß.

Der Adler der mit krafft biß in das Grab gezogen

Vnd wieder mit gewalt vnd macht herauß geflogen

Sitzt vber alles nun. O Schlang’ auß ertz gemacht

Durch welche noth vnd quall von vns wird weggebracht.

Gewesen von begin von aller zeit vnd jahren:

Den in der Löwengrufft hat

Der

Vnd grossen Fewersglut mit gantzen kräfften nam.

O Vatter laß vns auch die kalten Hertzen brennen

Dein’ vnergründte macht zue loben vnd zue kennen:

Laß glüen das gemüt entzünde den verstandt

Mit deiner süssen Lieb’ vnd beut vns deine Handt.

Laß deinen willen sich in vnserm willen regen;

Wir können nichts ohn dich ohn deinen reichen segen:

Ohn dich ist vnser thun vnd armer wille schwach

Vnd hanget nicht an dir geht nur dem bösen nach.

Geleit vns bleib bey vns laß vns von dir nicht wancken.

Ein eisernes Gebet vnd fewrige gedancken

Die dringen durch die Lufft: vnd wan deß Teuffels list

Sich an vns machen will laß vns sein wolgerüst

Gib vns des glaubens helm bind’ vnser Hertz’ vnd sinnen

Steiff an den himmel an laß vns durch dich gewinnen

Wie deine Märterer die mitten durch die pein

Gerädert vnd verbrannt zue dir gestiegen sein.

Zäum vnsern tollen wahn gib warheit vnserm Munde

Thue alle meinung ab die nicht aus festem grunde:

Der du vnfehlbar bist die grundfest’ vnd verstandt

Mach’ vns den rechten weg den du gebähnt bekandt:

Laß finden was du sagst anheben von derwiege

Auffwachsen gleich mit dir: biß vnser Hertze fliege

Gereinigt durch dein Blut durch dein wort new gebohrn

An den ort den du dir vnd deinem Volck erkorn.

Wir lassen

Noch gehen allzueweit warumb doch Gott mißhagen

Zue jhm trug eh er war: nur preisen den der fragt

Vnd fleissig nachsucht dem was dir allein behagt:

Beginnt von vnten an: will deinen weg erkünden:

Den er auch endlich noch wird hier auff Erden finden

Vnd ausser dem nicht geht. das ander ist er weiß

Das setzet er beseit biß in das Paradeiß.

Da ist die grosse schul’ in der man wird erfahren

Deß Vatters tieffen sinn den du wirst offenbahren:

Gesessen auff dem Stuel allzeit vor dich bewahrt:

Da ein vnzehlich Volck der Engel steht gepart.

Wir nemen

Er solt’ im glauben sein eh als er noch gebohren

Noch in der Mutter leib’: vnd schied den

Nicht daß es

Die ferner wollen gehn die müssen vnten bleiben

Vnd jhre zeit mit zanck vnd zweiffelung vertreiben:

Durchgründen deinen raht vnd suchen stets ohn endt

Was weder ich noch sie noch irgendt einer kennt.

Da wird die flamm entzündt: wir lassen vns belieben

Neidt hader hass vnd zorn; da wird von vns vertrieben

Die rhue die süsse rhue die lieb’ vnd niedrigkeit.

Wir steigen all zue hoch vnd wollen gar zue weit.

Weil wir zum Vater gehn wird vns der Sohn genommen

Verlieren den compaß: je mehr wir näher kommen

Je ferner wir noch sein. verlassen Gottes wort

Ertrincken in der See vnd kommen nicht zue port:

Gleich als

Die auff dem boden gehn flog sehr weit von der Erden

Gab

Den wagen zue sich nam vnd fuhr an statt der Sonn.

Wir haben auff vns selbst zue grosses zuevertrawen

Vnd wolln mit Babels Volck biß in die Wolcken bawen:

Verachten gantz den Baum des lebens greiffen an

Die frucht der wissenschafft wie

Vnd fallen auch mit jhm. wir wollen alles finden

Durchtasten deinen grundt der gar nicht ist zue gründen:

Gehn vber den verstandt vnd suchen vnsern fall.

Wer aber vnten geht der find dich in dem Stall

Für seinen Füssen hier: gleich wie die weisen Persen

Die keinen falschen wahn nicht liessen in sich herrschen

Dich suchen wo du warst. sie haben dich von ferrn

Verliessen Menschen witz vnd folgten deinem Stern.

Laß vns auch eben so befreyt von hohen sorgen

Dich suchen da du scheinst nicht da du ligst verborgen

Bedeckt mit schreckligkeit. wie

Mit Fewer gantz vmbringt als du mit deiner handt

Die Erd’ erschüttert hast trompetten lassen schallen

Verkündigt dein gesetz bist auff den Berg gefallen

Bekleit mit Herrligkeit: vmbgürtet mit der flamm

Die allen muth dem Volck’ vnd jhr gesichte nam

Da

Durch dein er stimme Macht schier meinte zuversincken

Aus Fürchte zue vergehn zu schmeltzen gar vnd gantz

Vor deiner Majestet vnd vnerhörten glantz

Vnd als dich

Vnd stehn für Israel vnd auch für jhren Knechten

Dein außerkoren theil dein eigenthumb dein heer

Gewassnet mit der lufft vnd mit dem gantzen Meer:

Das stracks auff dein gebot erhub die schweren wellen

Stundt als ein’ hohe wandt vnd thet sich wieder stellen

In seinen alten lauff. du der du vns gebracht

Durch deine niedrigkeit zue deinem reich’ vnd macht.

Der du zue vor nur Gott auß gnaden angetrieben

Bist worden das wir sein vnd beydes nun verblieben

Hast beydes das wir sein vnd das du warest eh

Vereiniget in dir geführet in die höh.

So das nun von der Welt die Menscheit auffgenommen

Da deine Gottheit ist vnd gleiche macht bekommen

In dir der beydes ist: in vns noch schwach vnd kranck

Gleich einer grossen laßt vnd schwerer bürden drang.

Die wir nun auch an dich verbunden vnd geschlossen

Durch dich gesäubert sein mit deinem blut begossen

Erfrewen vnsern geist vnd trachten jeder frist

Zue kommen an die statt da du jetzt selber bist.

Vnd auff daß vnser sinn mög’ eines mahles reisen

An diesen hohen orth wilst du vns hier noch speisen

Setzst vns an deinen Tisch giebst vns dein Fleisch vnd Blut

Ertheilest vns die kost die vber alles gut.

Da werden wir nur nicht durch täglich Brodt ernehret;

Du giebst die wahre kost die ewig bleibt vnd wehret:

Wir gehn zue dir herauff: es wird dann vnser Hertz

Theilhafftig deiner frewd’ vnd fühlet deinen schmertz.

Wir springen auß dem Fleisch’ vnd werden gantz entbunden

Wir lauffen mit dem Geist biß inner deine wunden:

Wir leschen vnsern durst vnd mesten vns mit lust

An dem gebrochnen leib’ vnd blut besprengten brust.

Da ist die lust die wir auch sollen nachmals finden

Vnd saugen solche Milch die nimmermehr wird schwinden:

Der Seelen nahrunge die nicht vergehen kan:

Dein Fleisch erquicket vns o grosser Pelican!

Der du dein eigen volck zue speisen vnd zue laben

Ge opffert deinen leib vnd wieder dich erhaben;

Ernewert durch den Todt: wir saugen auß den wein

Den Wein vom Himmel her biß daß wir truncken sein:

In deinem Tode wir erhöhen Hertz vnd sinnen

Die alle wiedrigkeit getrost verachten können:

Sind meister vnser selbst vnd brechen auß der bahn:

Zuetretten

Erlöser sey gegrüßt gesalbter außerlesen

Der du wirst ewig sein vnd ewig bist gewesen:

O

Vnd auch das letzte gut