Ludewig, der Sechzehnte

By Friedrich Gottlieb Klopstock

Written 1789-01-01 - 1789-01-01

Nicht Trophäen, des Bluts Schleyer, verführen ihn

Zu Erobrung, er schwazt niemals von Mark Aurel,

Füllt den Mund nicht der Sage,

Glänzt dem schimmernden Hofe nicht:

Aber Ludewig ruft Männer des Volks, dass sie

Ihm die Lasten des Volks leichten, lind weisen Bund

Zwischen Vater, und Kindern

Fest ihm setzen, Verhalt, gestimt

Wie in Göttermusik; (Glückliche Zeit, und ich

Glücklich, der sie noch sah!) ruft sie, damit der Saat

Sie ihm streuen, aus der sich

Hoch die goldene Ähr' einst hebt.

Ach ich sehe sie schon, höre die wogenden

Felder rauschen; sie komt, Wonne! die Erndte komt;

Schnitter tragen, der König

Trägt den lieblichen blauen Kranz!

So wie Zesar vordem weint' an des Drachensohns

Bilde: Jüngling nicht mehr hab' er noch nichts gethan!

Also weint an des edlern

Denkmaal einst der Eroberer.