Lust der Sturmnacht

By Justinus Kerner

Written 1824-01-01 - 1824-01-01

Wann durch Berg' und Tale draußen

Regen schauert, Stürme brausen,

Schild und Fenster hell erklirren

Und in Nacht die Wandrer irren,

Ruht es sich so süß hier innen,

Aufgelöst in sel'ges Minnen;

All der goldne Himmelsschimmer

Flieht herein ins stille Zimmer.

Reiches Leben! hab' Erbarmen!

Halt mich fest in linden Armen!

Lenzesblumen aufwärts dringen,

Wölklein ziehen, Vögel singen.

Ende nie, du Sturmnacht wilde!

Klirrt, ihr Fenster! schwankt, ihr Schilde!

Bäumt euch, Wälder! braus', o Welle!

Mich umfängt des Himmels Helle.