M ann GOttes!

By Johann Justus Ebeling

zürne nicht, daß rege Dankbarkeit,

Dir, dieses schlechte Buch, zu einen Denk-

mal weiht:

Es heischt es dein Verdienst, es forderns

meine Pflichten,

Ein Angeld alter Schuld, dadurch noch zu

entrichten.

Ich denke noch zurük an die verschwundne

Zeit,

Da mich Dein Unterricht in Hildesheim er-

freut;

Als Dich die Stadt damahls, noch gegen-

wärtig ehrte,

Und mich mit Weisheits-Milch in ihrer

Schule nährte.

Da machte uns dein Fleis, durch einen güld-

nen Mund,

Aus Liebe blos gerührt, die schönen Säzze

kund

Der Gottsgelehrsamkeit. Du zeigtest was

zu gläuben,

Was

treiben.

Ob ich gleich damahls nicht dasselbe ganz ge-

noß,

Was als ein klarer Strom, von deinen Lip-

pen floß;

So lernete ich doch, was man vor War-

heitslehren;

Wie man dieselbigen vom Lehrstuhl würde

hören.

Den Grund hast

fort gebaut,

Den ich als Lehrern bin, hernachmahls an-

vertraut;

Du hast den Trieb entflammt durch Dein

beliebtes Wesen,

Der Warheit nachzugehn, zu forschen und

zu lesen,

Was hie die Weisheit spricht; was da der

Spötter sagt,

Der bei den hellen Licht nach neuen Son-

nen fragt;

Du hast mich auch gelehrt, als Lehrer in

dem Tempel,

Jm hören mich erwekt, dem reizenden

Exempel

Von ferne nachzugehn, da Deine Lieblich-

keit

Die Herzen stark gerührt, den Saamen

ausgestreut:

Du hast mich offt erwekt, durch Gründe

stark bewogen,

Daß ich der Schlüpfrigkeit der Laster bin

entzogen.

Die scheuche Blödigkeit, die da mein Fehler

war,

Als ich von hinnen zog, die stellt sich jezo

dar,

Und rühmet öffentlich die Unterweisungs-

stunden,

Die zeiget durch dies Blat, wie sehr ich

Dir verbunden.

Nim meine Dankbarkeit,

Gottesmann!

Und dieses kleine Buch, als deren Zeugnis

an!

Nim was die Ohnmacht kan, und was die

Einfalt bringet,

Weil meine Muse nicht, in solchen Thönen

singet,

Wie Du gewohnest bist, und wie du längst

gezeigt,

Mein Wunsch dabei ist nur; der

Dir geneigt,

Der wolle ferner

blikken,

Wie er bisher gethan, zu Zions Lust erquik-

ken;

Er segne stets dein Ammt, zu seines Nah-

mens Ruhm:

So strahlt sein Licht und Recht, von dir

im Heiligthum;

Dies fleht aus regen Trieb, der

Verehrer bleibet

O! theurer GOttesmann! so lange er

sich schreibet.