M ann GOttes!
zürne nicht, daß rege Dankbarkeit,
Dir, dieses schlechte Buch, zu einen Denk-
mal weiht:
Es heischt es dein Verdienst, es forderns
meine Pflichten,
Ein Angeld alter Schuld, dadurch noch zu
entrichten.
Ich denke noch zurük an die verschwundne
Zeit,
Da mich Dein Unterricht in Hildesheim er-
freut;
Als Dich die Stadt damahls, noch gegen-
wärtig ehrte,
Und mich mit Weisheits-Milch in ihrer
Schule nährte.
Da machte uns dein Fleis, durch einen güld-
nen Mund,
Aus Liebe blos gerührt, die schönen Säzze
kund
Der Gottsgelehrsamkeit. Du zeigtest was
zu gläuben,
Was
treiben.
Ob ich gleich damahls nicht dasselbe ganz ge-
noß,
Was als ein klarer Strom, von deinen Lip-
pen floß;
So lernete ich doch, was man vor War-
heitslehren;
Wie man dieselbigen vom Lehrstuhl würde
hören.
Den Grund hast
fort gebaut,
Den ich als Lehrern bin, hernachmahls an-
vertraut;
Du hast den Trieb entflammt durch Dein
beliebtes Wesen,
Der Warheit nachzugehn, zu forschen und
zu lesen,
Was hie die Weisheit spricht; was da der
Spötter sagt,
Der bei den hellen Licht nach neuen Son-
nen fragt;
Du hast mich auch gelehrt, als Lehrer in
dem Tempel,
Jm hören mich erwekt, dem reizenden
Exempel
Von ferne nachzugehn, da Deine Lieblich-
keit
Die Herzen stark gerührt, den Saamen
ausgestreut:
Du hast mich offt erwekt, durch Gründe
stark bewogen,
Daß ich der Schlüpfrigkeit der Laster bin
entzogen.
Die scheuche Blödigkeit, die da mein Fehler
war,
Als ich von hinnen zog, die stellt sich jezo
dar,
Und rühmet öffentlich die Unterweisungs-
stunden,
Die zeiget durch dies Blat, wie sehr ich
Dir verbunden.
Nim meine Dankbarkeit,
Gottesmann!
Und dieses kleine Buch, als deren Zeugnis
an!
Nim was die Ohnmacht kan, und was die
Einfalt bringet,
Weil meine Muse nicht, in solchen Thönen
singet,
Wie Du gewohnest bist, und wie du längst
gezeigt,
Mein Wunsch dabei ist nur; der
Dir geneigt,
Der wolle ferner
blikken,
Wie er bisher gethan, zu Zions Lust erquik-
ken;
Er segne stets dein Ammt, zu seines Nah-
mens Ruhm:
So strahlt sein Licht und Recht, von dir
im Heiligthum;
Dies fleht aus regen Trieb, der
Verehrer bleibet
O! theurer GOttesmann! so lange er
sich schreibet.