Man wünschet einem Glück zu der erhal- tenen Liebste.

By Johann Georg Gressel

Der Himmel heitert sich nach langen Blitzen aus

Und auf das Donnern folgt ein helles Sonnenscheinen

Das Glücke lacht zuletzt nach ausgestandnen Strauß

Und ein erfreut Gesicht beschleußt das lange Weinen.

Nach denen Fasten bricht die Oster-Woche an

Darinn ein Jubel-Fest die treuen Seelen halten

Die ihren Lauff gehabt auf einer Dornen Bahn

Und mehr denn offt gemeynt sie müsten nun erkalten.

Der Sommer süsser Lust bricht nach dem Winter ein

Und das erstorbne Feld bekommt ein neues Leben

Die Blumen zeigen an des Himmels Gütig-seyn

Sie wollen dessen Gunst durch ihren Glantz erheben.

So kehrt sein Un-stern sich auch in ein nenes Glück

Selbst das Verhängniß will ihn jetzt mit Wollust krönen

Der Himmel liebet ihn er giebt beliebten Blick

Sein Wünschen macht er wahr nun trifft ihm ein sein Sehnen.

Denn seiner Augen-Lust des Hertzens halber Theil

Macht seine Freude voll sie häuffet sein Vergnügen

Die Seelen-Wunde ist nun aus dem Grunde heyl

Sie lässet ihn mein Freund die harte Brust befiegen.