Marini

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Das stoltze Rom ist hin der Tyber Pracht verflossen

Quirinens Ruff ist todt der alle Weit erfüllt:

Was ewig wird genannt hat kurtze Zeit genossen

Den angemaßten Ruhm und weist ein wahres Bild

Der schnöden Eitelkeit. Was Rom vorhin gewesen

Ist nun desselben Grab ist Asche Schutt und Grauß:

Was wir vom Cœlius und Aventinus lesen

Sucht unser thränend Aug anizt vergebens aus:

Die eingefallne Last mit Graß und Moß bedeckt

Hält seine Leiche selbst für ihm und uns versteckt,

Jedoch was seh ich hier? ein neues Rom entstehen:

Man führet wie vorhin viel Schlösser in die Lufft

Man lernt den Tyber-Strom in Marmol-Gräntzen gehen

Verneuert und bestärckt manch halb-begrabne Grufft

Der Tempel Poliphem hat neuen Schmuck und Auge

Man baut die alten Gäng und Läuben wieder nach.

Welch angehobnes Werck ist das dem Nachfahr tauge?

Man bessert bricht und baut damit man auch ein Fach

Für Nahm und Wappen findt und geht die Welt nicht ein

So wird das neue Rom ein ander Phönix seyn.