[Mein Bette/ glaub ich/ ist mit Disteln überstreuet]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Mein Bette glaub ich ist mit Disteln überstreuet

Das weichste Küssen wird für mich ein harter Stein.

Mein Leib der weder Stroh noch Erde vor gescheuet

Klagt sich in Federn noch will nimmer ruhig seyn

Wirfft sich die gantze Nacht mit Seufftzen hin und wieder

Kein Schlaff erquickt wie sonst die abgematten Glieder.

Es ist schon Mitternacht; die Augen stehen offen

Haubt Leib und Hertze weiß von keiner Ruhe nicht.

Komm Phöbus komm herfür laß mich nicht länger ruffen

Steck an dem Himmel auff dein angenehmes Licht.

Doch aber hoff ich auch umsonst auff dich o Sonne

Wenn ich nicht sehen kan Lisillen meine Wonne.