Mein Traum

By Franz Grillparzer

Written 1814-01-01 - 1814-01-01

Jüngst lag ich dort auf jenen grünen Matten,

die um der Donau Beet sich lachend ziehn,

in einer Linde gastlich kühlem Schatten

und starrte in die weite Schöpfung hin.

Da warf ich auf zum Himmel meine Hände,

ob sich denn nimmermehr mein Unstern wende,

und fluchte dem Geschick und seufzte tief,

bis matt mein Aug sich schloß, und ich entschlief.

Da fand ich mich in eine öde Wüste

hinabgeschleudert im verworrnen Traum,

die nie das Licht mit warmem Strahle küßte,

Soweit das Auge reicht, kein Strauch, kein Baum!