Meines Vetters Brautfahrt

By Eduard Mörike

Written 1839-01-01 - 1839-01-01

Freut er sich denn auch ein wenig, die künftige Braut zu begrüßen?

Aber wo bleibt er so lang? Sagt ihm, die Kutsche sei da! –

Droben im Bett noch liegt er, verdrießlich, und lieset in Schellers

Lexikon! Als ich ihn schalt, rief er halb grimmig: „Nun ja,

Gebt mir andere Strümpf! die haben Löcher – ach freilich

Eine Frau muß ins Haus, die mich von Fuß auf kuriert!“