Mond-Schein. Noch andere Betrachtungen des Mond-Scheins siehe p. 84.

By Barthold Heinrich Brockes

Wann wir, in einer stillen Nacht, bey heitrer Luft, von Monden-Schein,

Und dessen sanftem Licht beflossen, bestrahlet und erleuchtet

Gedenckt man, (ob gleich, leider! selten) wol an den Mond,

Blickt in den reinen Silber-Kreis, und zieht darauf den kur-

Mit einer kalten Lässigkeit, die bald sich satt gesehn, zurück:

Spricht auch noch wol: wie scheint der Mond so hell, so

Allein, wie wenig sind doch derer, die ihres geistigen

Vernünftgen Blick hinaufwärts schicken, und zu dem Ur-

Zur Sonnen, als dem wahren Licht, die fröhlichen Gedan-

Die, daß der Mond kein Licht besitze, und daß, wenn sie im

Sie in dem wahren Sonnen-Schein spatziren; fassen und

Ja wie viel minder sind noch derer, die, voller Andacht,

Auf Den, wovon die Sonn’ ihr Licht, so wie der Mond von

Der einzig, ewig unerschaffen, im Licht, das undurchdringlich,

Und die Jhm ein gerührtes Hertz, für Sein Geschöpf, zum