[Monde/ du Fürste der blinckenden Sternen]
Written 1672-01-01 - 1672-01-01
Monde du Fürste der blinckenden Sternen
Welcher mein Sehnen und Thränen beschaut
Gläntzende Paphie der ich von fernen
Meine betrübte Gedancken vertraut
Ziehe dein strahlendes Silber nur ein
Schwärtze mit Wolcken den spielenden Schein.
Himmel für dem ich mein Leiden nicht häle
Lüffte mit Seuffzen und Klagen erfüllt
Erde bey der ich mit Weinen erzähle
Wie mir in Stücke mein Hertze zuspillt
Führet mein Aechzen in einsame Klufft
Berget mein Lechzen in finsterer Grufft.
Zeugin der stündlich empfindenden Schmertzen
Tunckele Finsternis traurige Nacht
Welche mein thränendes Auge den Kertzen
Himmlischer Lichter zur Wette durchwacht
Decke mit ewig-vergessener Ruh
Meine gehäuffte Bekümmernis zu.
Schweigende Qualen verborgenes Leiden
Unter der Asche begrabene Glutt
Müssen die schmachtende Seele durchschneiden
Kochen in Adern das siedende Blutt
Bitterer Thränen verschlossene See
Kräncket mein Hertze mit Jammer und Weh.
Meine von Sorgen erblassete Wangen
Meiner Corallen erstorbener Schein
Meine Carfunckel mit Nebel umfangen
Werden Verräther der heimlichen Pein
Aber der Lippen geschlossenes Thor
Darff doch mein Leiden nicht geben hervor.
Meine von Kummer verzehrende Jugend
Welche kein freudiges Hoffen ergözt
Meine vom Unglück verfolgete Tugend
Aller Vergnügung und Freuden entsezt
Müssen zum öfftern durch lachenden Mund
Bergen des Hertzens bluttweinenden Grund.
Himmel was soll ich noch endlich beginnen
Wenn mir nicht einsten zu klagen erlaubt!
Meine von Schmertzen durchächtete Sinnen
Mein von Betrübnis ermattetes Haubt
Dancken mit Freuden der Eitelkeit ab
Wünschen zu kommen ins ruhige Grab.