[Monde/ du Fürste der blinckenden Sternen]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Monde du Fürste der blinckenden Sternen

Welcher mein Sehnen und Thränen beschaut

Gläntzende Paphie der ich von fernen

Meine betrübte Gedancken vertraut

Ziehe dein strahlendes Silber nur ein

Schwärtze mit Wolcken den spielenden Schein.

Himmel für dem ich mein Leiden nicht häle

Lüffte mit Seuffzen und Klagen erfüllt

Erde bey der ich mit Weinen erzähle

Wie mir in Stücke mein Hertze zuspillt

Führet mein Aechzen in einsame Klufft

Berget mein Lechzen in finsterer Grufft.

Zeugin der stündlich empfindenden Schmertzen

Tunckele Finsternis traurige Nacht

Welche mein thränendes Auge den Kertzen

Himmlischer Lichter zur Wette durchwacht

Decke mit ewig-vergessener Ruh

Meine gehäuffte Bekümmernis zu.

Schweigende Qualen verborgenes Leiden

Unter der Asche begrabene Glutt

Müssen die schmachtende Seele durchschneiden

Kochen in Adern das siedende Blutt

Bitterer Thränen verschlossene See

Kräncket mein Hertze mit Jammer und Weh.

Meine von Sorgen erblassete Wangen

Meiner Corallen erstorbener Schein

Meine Carfunckel mit Nebel umfangen

Werden Verräther der heimlichen Pein

Aber der Lippen geschlossenes Thor

Darff doch mein Leiden nicht geben hervor.

Meine von Kummer verzehrende Jugend

Welche kein freudiges Hoffen ergözt

Meine vom Unglück verfolgete Tugend

Aller Vergnügung und Freuden entsezt

Müssen zum öfftern durch lachenden Mund

Bergen des Hertzens bluttweinenden Grund.

Himmel was soll ich noch endlich beginnen

Wenn mir nicht einsten zu klagen erlaubt!

Meine von Schmertzen durchächtete Sinnen

Mein von Betrübnis ermattetes Haubt

Dancken mit Freuden der Eitelkeit ab

Wünschen zu kommen ins ruhige Grab.