Mondnacht

By Ada Christen

Written 1858-01-01 - 1858-01-01

Das grüne Thal träumt stumm im Mondenlicht

Und feierlich die Bäume niederschauen;

Der Nachtwind selbst regt seine Flügel nicht,

Lautlos im Wiesengrund die Nebel brauen.

So schlafumfangen liegt jedwedes Haus,

Nur eins gießt Lampenschein durch alle Scheiben;

Lang tönte heller Zitherklang heraus,

Und frisches Lachen, frohes Zechertreiben.

Doch plötzlich schwieg es ... und wehmüthig-sacht

– Weil Freunde sich zum letztenmal umfassen –

Verklingt das Volkslied in der Herbstesnacht:

„Hab' treu geliebt Dich über alle Maßen.“