Morgentraum

By Otto Erich Hartleben

Written 1896-01-01 - 1896-01-01

In den wachen Morgentraum

sprühen tausend Silbersterne;

draussen auf den raschen Strassen

drängt sich lärmend schon das Volk.

Auf den Plätzen sengt die Sonne,

brütet schon der Dunst des Staubes –

in den wachen Morgentraum

sprühen tausend Silbersterne.

Milder Lichtschein, güt'ge Ruhe,

kühl und heilig-still die Lüfte:

Durch die dunkelklaren Welten

hallen lange Glockentöne

in den wachen Morgentraum.