Müd und matt.

By Gotthard Ludwig Kosegarten

O Thränen,

Die ihr mich überschwemmt;

O Sehnen,

Das meine Brust beklemmt;

O Schmachten,

Davon mein Herz erschwillt;

O himmelstrebend Trachten. . . .

Wann, wann wirst du gestillt!

Mich lasten

Der Erde Quaal und Lust.

Zu rasten,

Genügt der müden Brust.

Nur Jammer

Daucht mir die Pracht der Welt.

O dunkle lezte Kammer,

Du bist's, die mir gefällt.

Ich lechze,

Und meine Kraft wird schwach.

Ich ächze

Nach der Erlösung Tag.

Wie lange

Soll ich mich quälen noch!

Wie lange und wie bange

Ziehn an dem herben Joch!

Die Bande

Der Erde pressen mich.

Am Rande

Löst jede Fessel sich.

Am Rande

Schwank' ich; und schau' hinab,

Und ledig aller Bande,

Sink' ich ins düstre Grab!