N.A.

By Anna Louisa Karsch

Herrscherin des großen Wasserreiches!

Tausend Schiffe bringen Edelstein,

Gold und Perlen, nur keins lud ein gleiches

Unschätzbares Kleinod ein.

Friedrich Wilhelms allererste Blume

Seiner Liebe süßes erstes Pfand,

Bringt Dein York zum Ewigeigenthume

An der holden Liebe Band.

Zart gebaut, und schön, und geistbeflammet,

Siehest du mit feinem Kennerblick,

Wer Sie ist, von wem Sie abgestammet:

Sie wird zweier Staaten Glück!

Dieser Bund, mit Ihrem York geschlossen,

Knüpft den Brennus- und den Brittenthron

So zusammen, daß ihm die Genossen

Lucifers vergebens drohn.

Wer beschreibt die Wonne der betagten

Wittwe Braunschweigs, deren Muttergram

Oft die Engel Gottes mit beklagten,

Wenn er Kind auf Kind ihr nahm?

Wer vermag die Freude ganz zu sagen

Deines alten Feldherrn Ferdinands,

Den Bourbon zu Boden wollte schlagen,

Und Er schlugs und überwands.

Und wer hats ermessen und erwogen,

Was der Königinnen Frömmste

Welche hier die Blume hat erzogen,

Die den höchsten Preiß erhielt?

Wie vermag ich’s selbst zu offenbaren,

Was mein altes mattes Herz belebt,

Welches jezt vor dreißig goldnen Jahren

Um Charlottens*) Schiff geschwebt?

Also wird’s auf Lieb’- und Ehrfurchtschwingen

Schweben um das sanfte Seegelwehn

Dieses Schiffs, das nicht mehr wiederhringen

Mir dies Kleinod wird zum sehn.

Hier,

Die Sängerin die ist nicht mehr —