Nach dreymahl überstandener Feuers-Gefahr

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Ach Gott ein schweres Jahr ist wieder nun zum Ende

Daß Hauß und Hoff noch steht daß Haab und Gutt noch währt

Von keiner grimmen Macht des Feuers auffgezehrt

Ist einig und allein das Wunder deiner Hände.

Wir sehn mit Zittern zu daß unsrer Andacht Flammen

In kalten Hertzen lau und fast erstorben seyn.

Wolt uns dein strenges Recht zur Straffe laden ein

So wäre was man hat vorlängst geschmeltzt zusammen.

Wir hätten selbst an Leib und Seele brennen sollen

Doch deine Gütt ohn End' ist grösser als die Schuld.

Du trägest noch diß Jahr nach Vaters-Art Geduld

Und siehest ob wir uns auff Warnung bessern wollen.

Du läst der Flammen Glantz uns in die Augen scheinen

Dadurch zu zünden an der Andacht todte Glutt

Du weisest wie du uns kanst rauben Haab und Gutt

Wie langer Jahre Schweiß ein Abend macht beweinen.

Du lehrest uns dadurch das Irrdische verachten

Und von der Welt getrennt nach Himmels-Schätzen stehn

Diß Vorbild zeiget uns wie alles soll vergehn

Und der Verdammten Schaar in stetem Feuer schmachten.

Doch wenn der strenge Brand sich will zu weit erstrecken

So schickest du das Heer der treuen Wächter aus

Bewahrest unsern Hof versicherst unser Hauß

Und läst uns um und um mit deinem Schutze decken.

Ein Regen voller Glutt getrieben von dem Winde

Macht einen lichten Tag aus dunckel-trüber Nacht

Es wird das Trockne doch von Hitze warm gemacht

Man sieht mit Furchten zu wie bald es sich entzünde.

Durch Frevel frecher Hand wird uns zur Brunst gebettet

Und unser eigen Hauß soll unser Holtz-Stoß seyn

Du aber siehst o Herr mit Vaters-Augen drein

Wir werden unverdient durch deine Gunst gerettet

Der Wind verändert sich die Funcken müssen sterben

Man wird zur rechten Zeit der stillen Glutt gewahr

Dämpfft in der Kohle noch die blühende Gefahr

So kan dein starcker Arm befreyen vom Verderben.

Herr laß uns dir darvor von Hertzen Danck erweisen

Und auch diß neue Jahr in deinem Schutze seyn

Wend alles Ubel ab führ allen Seegen ein

Biß wir dich dermahleinst ohn Ende können preisen.