Nachtgefühl

By Friedrich Hebbel

Written 1836-01-01 - 1836-01-01

Wenn ich mich Abends entkleide,

Gemachsam, Stück für Stück,

So tragen die müden Gedanken

Mich vorwärts oder zurück.

Ich denke der alten Tage,

Da zog die Mutter mich aus;

Sie legte mich still in die Wiege,

Die Winde braus'ten um's Haus.

Ich denke der letzten Stunde,

Da werden's die Nachbarn thun;

Sie senken mich still in die Erde,

Dann werd' ich lange ruh'n.

Schließt nun der Schlaf mein Auge,

Wie träum' ich so oftmals das:

Es wäre Eins von Beidem,

Nur wüßt' ich selber nicht, was.