Nebeltag

By Hermann von Lingg

Written 1862-01-01 - 1862-01-01

Nun weicht er nicht mehr von der Erde,

Der graue Nebel, unbewegt;

Er deckt das Feld und deckt die Herde,

Den Wald und was im Wald sich regt.

Er fällt des Nachts in schweren Tropfen

Durchs welke Laub von Baum zu Baum,

Als wollten Elfengeister klopfen

Den Sommer wach aus seinem Traum.

Der aber schläft, von kühlen Schauern

Tief eingehüllt, im Totenkleid.

O welch ein stilles, sanftes Trauern

Beschleicht das Herz in dieser Zeit!

Im Grund der Seele winkt es leise,

Und vom dahingeschwundnen Glück

Beschwört in ihrem Zauberkreise

Erinnrung uns den Traum zurück.