[Nie, Hafis, du lieblicher Papagei]

By Georg Friedrich Daumer

Written 1823-01-01 - 1823-01-01

Nie, Hafis, du lieblicher Papagei

Aus der Liebe goldenem Dschinnistane,

Fehl' es deinem Schnabel an Koseglücks,

Näscherei und süßem Marzipane. –

Wehe, weh uns Armen! Ach, es geht

Mit dem Turban auch der Kopf verloren!

Doch, so wie er uns vom Rumpfe rollt,

Gegen uns, was sind die Tamerlane? –

Fernehin aufsuchte des Lebens Quell

Alexander – er hat ihn nicht gekostet;

Wir, wir kosten ihn im Vaterland

Bei der Schenke grauem Guardiane. –

Lüstet dich zu wühlen im Lockenhaar

Eines holden, jugendlichen Hauptes,

Nicht um Urlaub flehe die Vernunft!

Nichts erflehst du von dem Paviane. –

Dünken ein allzu leichtes, luftiges,

Lustiges Gesindel dir Poeten –

Mit dem Blute des Herzens füttern sie

Ihre Versebrut, die Pelikane. –

Singt Hafis sein zauberisches Lied,

Nüchterne taumeln ihm und Trunkne tanzen;

Auf dem Reichspallaste der Poesie

Wehet er als Pracht- und Ehrenfahne.