Noch an dieselbe.
Als gestern abend ich bey meinen büchern saß
Und beym studieren auch fast meiner selbst vergaß
Sah’ ich gantz unverhofft die liebe zu mir kommen.
Sie sprang wie sie gewohnt sehr freudig in die thür
Und rieff: Auff! schicke dich die Phillis folget mir;
Die heute dich zu sehn ihr günstig vorgenommen.
Ich fühlte wie diß wort mir alle sinnen band
Und warff mit ungestümm die bücher aus der hand
Gleich als die Phillis drauff recht englisch kam gegangen
Von allen Gratien gefolget und begleit
Nicht anders als der mond bey später abend-zeit
Wenn man um seinen kreyß sieht tausend sterne prangen.
Cupido sah mich noch mit bösen augen an
Weil ich vor kurtzem ihm den argen schimpff gethan
Und ihn von mir hinweg zur Phillis fortgetrieben.
Er muste dazumahl auch wider willen gehn.
Itzt aber blieb er mir zum possen stille stehn
Und fieng zur seiten sich mit schiessen an zu üben.
Ja weil er sonderlich den abend war bedacht
Wie zeit und weile würd erfreulich zugebracht
Ließ er zu mehrer lust vermischte karten bringen
Und suchte selber ihm voll eyfer und begier
Als ein verschmitzter schalck ein solches spiel herfür
Da ihm nothwendig must ein ieder stich gelingen.
Er spielte hertzen aus und als man ihm bekannt
Führt er der Phillis selbst die perlen-weisse hand
So glücklich daß sie meins vor andern weggestochen.
Hier nahm ich allererst die scheitrende gefahr
Darinn er mich gestürtzt mit gröstem schaden wahr;
Und fand vor neulich ihn nur allzuwohl gerochen.
Itzt such ich Phillis dich und deinen holden blick
Ach gönne mir doch einst ein angenehmer glück
Und reiß den strick entzwey der meine freyheit bindet.
Ich thue schönste ja nichts wider die natur
Und folge bloß hierinn der allgemeinen spur
Denn wer will nicht dahin wo man sein hertze findet.