Noch einige Betrachtungen der Blätter.
Da die glatten, saftgen Aeste
Sich so nett, verwirrt und feste
Lieblich in einander schrencken;
Wünschet der vergnügte Blick
Fast nicht wiederum zurück,
Sucht sich tieffer zu versencken.
Denn er glaubt in ihren Gründen,
Zwischen denen glatten Rinden,
Stets ein neues Grün zu finden.
Würcklich wird er auch gewahr,
Wie der grünen Knospen Schaar
Das, womit sie sich erfüllen,
Jhre Blätter, zu enthüllen,
Und das röhtlich braune Grün
Auszuschmücken sich bemühn.
Wenn alsdann, bey heiterm Wetter,
Durch den zarten Leib der Blätter,
Das entwölckte Sonnen-Licht
Hin und wieder lieblich dringt,
Sich mit ihnen gleichsam gattet,
Und durchstrahlet; so entspringt
Ein fast brennend Grün, zumahl
Da, wo selbst der Grund beschattet
Und der Sonnen heller Strahl
Hie und da ein Blatt allein
Trift, verklärt, illuminiret.
Durch den Farben-reichen Schein
Wird im Aug’ ein Hertz gerühret;