Nothwendigkeit die gegenwärtige Zeit, und das Gute, so wir darin besitzen, zu er...
Wie unglückseelig sind wir Menschen, und zwar da-
durch fast blos allein,
Daß wir für das besessne Gute, unbillig, unempfindlich seyn!
Die grösten Schätze, die wir haben, sind, wie wir ja
gestehen müssen,
Gesundheit, Güter, gut Gerüchte, Bequemlichkeit und
gut Gewissen;
Doch wird uns leider ihr Genuß blos durch Gewohnheit
so entrissen,
Daß, da wir nicht daran gedencken, uns der Besitz gantz
unbewust
Und wir sie leider gar nicht fühlen, als in derselbigen
Verlust.
Die Ursach ist leicht zu ergründen: Wir sind vom Schö-
pfer so gemacht,
Daß des Genusses bester Theil in anders nichts besteht, als
Dencken;
Doch wir bemüh’n uns leider nicht, der Seelen Kraft
darauf zu lencken,
Wodurch zugleich der Danck verschwindet. Da dieses
nun unstreitig wahr,
So wird zugleich der gantze Fehler durch solche Wahr-
heit offenbahr.