[Nvn/ die Sonn läst unsre Felder]Fußnoten

By Georg Philipp Harsdörffer

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Nvn die Sonn läst unsre Felder

Schleicht den Westenwellen zu

Es verstumt das Lied der Wälder

Von der Nächte Schattenruh.

Nur die Nachtigalle schlägt

Wo sich Laub und Ast bewegt.

Vnsre Hirt- und Herden raumen

Weid und Anger bey den Baumen.

Vnsre Schafe sind entsessen

Vnsre Lämmer von Gefahr

Keines hat der Wolf gefressen.

Keines keins vermisst ein Haar.

Kein erzürnter Donnerguß

Letzte dieser Auen Spruß.

Auch so wolte heut uns Hirten

Freudig dieser Wald bewirten.

Gott wir danken deiner Güte

Daß wir frölich treiben ein.

Vns erfreute dein Gehüte:

Vnsers unsre Schäfelein.

Grosser Schäfer dich erhebt

Was in dunkeln Büschen bebt.

Was doch sollen wir dir schenken?

Vnser Dank ist nur ein Denken.

Sonne nimm hier unsre Sorgen

Mit dir in das Saltzmeer hin.

Vnd du Gott erwekk uns morgen

Satt von Schlaf und Rastgewin.

Laß die Ruh nicht ruhloß seyn

Bis die Rötin bricht herein.

Dann so wollen wir im Matten

Lieder und dein Lob vergatten.