[O Pan/ der du in Wäldern irrest]Fußnoten
Written 1632-01-01 - 1632-01-01
O Pan der du in Wäldern irrest
Du den oft trägt der Felder Blumen-Bahn
Der du wie eine Taube girrest
Wann vor dir flieht die dein Sinn lieb gewan
Nim hin das Schäfer-Singen
Den Hirtendank ein Lied von deinem Lob
Wir wollen auch wirst du uns schweben ob
Dir Gaben und Geschenke bringen.
Du Gott du dessen Rohr-gedröne
Die Eiter hier der Heerden füllet an
Vnd dessen holdes Feld-getöne
Der Nymphen Chor zu Hauffe lokken kan.
Hör dieses Schäfer-Singen
Das dir verehrt der Hirten Dankbegier
Es stimmen ein die Rieselbäche hier
Vnd lispeln in der Pfeiffen Klingen.
Es wächset wo du hingesetzet
Den Götterfus die Kleebegilbte Bahn
Vnd Gras das unsre Schaf ergötzet
Vnd Blumen-Lust daß man sich freuen kan.
Laß grosser Pan dein Springen
Bey unsrer Trifft auch mild und tätig seyn
Hüpf oft und viel dort neben uns herein
Laß deine Tritte fettes düngen.
Dein Anblikk kan die Bösen schrökken
Gleichwie ein Blitz dort von der Wolken Plan
Vnd wie der Donner den sie hekken
Mit kalter Hitz kanst du sie stekken an.
So wollest auch bezwingen
Den Fresser-Wolff im fall das grimme Tier
Mit Lämmerblut netzt diese Felder hier
Vnd unsre Heerden will verschlingen.
Du hast in deinen ersten Jahren
Als du noch warst mit Kindheit angethan
Typhöus ungeheure Schaaren
Erdabgestürtzt ein küner Kriegesmann.
So wann uns wolt verdringen
Der tolle Mars der morderhitzte Gast
Wann daß er uns wolt rauben Schaf und Rast
Laß deine Mannheit für uns ringen.
Schau hier auch stehen schwanke Rohre
Die vor der Zeit dein Lieben Lieb gewann
Dort gukket bey der Wolken Thore
Der heilig dir ein Fichten-hayn heran.
Drüm laß ja nicht vergringen
Ein Metzelbad hier dieser Felderzier
Es schütze sie dein Machtschutz für und für
Für Hagel und für düstren Dingen.
O Pan wirst du uns ferner schützen
So schwingen wir stäts deines Ruhmes Fahn
Du solt auf unsren Lippen sitzen
Biß daß uns wirft der Charon in den Kahn.
Dein Lob soll uns bezüngen
So lang ein Schaf sucht Gras und grüne Weid
So lang der Tau versilbern wird die Heid
So lang die Vfer Strudeln schlingen.
O Pan wirst du uns Ruhe günnen
So soll gewiß auch deinem Blumen-plan
An Milch und Honig nie zerrinnen
Den ümgezirkt der schlanken Fichten Mahn.
Jetzt höre was wir klingen
Ein Reimenlied ein Jambisches Gedicht
O Pan du kanst die Jambon hassen nicht
Die deine Tochter lehrte zwingen.