[O Pan/ der du in Wäldern irrest]Fußnoten

By Georg Philipp Harsdörffer

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

O Pan der du in Wäldern irrest

Du den oft trägt der Felder Blumen-Bahn

Der du wie eine Taube girrest

Wann vor dir flieht die dein Sinn lieb gewan

Nim hin das Schäfer-Singen

Den Hirtendank ein Lied von deinem Lob

Wir wollen auch wirst du uns schweben ob

Dir Gaben und Geschenke bringen.

Du Gott du dessen Rohr-gedröne

Die Eiter hier der Heerden füllet an

Vnd dessen holdes Feld-getöne

Der Nymphen Chor zu Hauffe lokken kan.

Hör dieses Schäfer-Singen

Das dir verehrt der Hirten Dankbegier

Es stimmen ein die Rieselbäche hier

Vnd lispeln in der Pfeiffen Klingen.

Es wächset wo du hingesetzet

Den Götterfus die Kleebegilbte Bahn

Vnd Gras das unsre Schaf ergötzet

Vnd Blumen-Lust daß man sich freuen kan.

Laß grosser Pan dein Springen

Bey unsrer Trifft auch mild und tätig seyn

Hüpf oft und viel dort neben uns herein

Laß deine Tritte fettes düngen.

Dein Anblikk kan die Bösen schrökken

Gleichwie ein Blitz dort von der Wolken Plan

Vnd wie der Donner den sie hekken

Mit kalter Hitz kanst du sie stekken an.

So wollest auch bezwingen

Den Fresser-Wolff im fall das grimme Tier

Mit Lämmerblut netzt diese Felder hier

Vnd unsre Heerden will verschlingen.

Du hast in deinen ersten Jahren

Als du noch warst mit Kindheit angethan

Typhöus ungeheure Schaaren

Erdabgestürtzt ein küner Kriegesmann.

So wann uns wolt verdringen

Der tolle Mars der morderhitzte Gast

Wann daß er uns wolt rauben Schaf und Rast

Laß deine Mannheit für uns ringen.

Schau hier auch stehen schwanke Rohre

Die vor der Zeit dein Lieben Lieb gewann

Dort gukket bey der Wolken Thore

Der heilig dir ein Fichten-hayn heran.

Drüm laß ja nicht vergringen

Ein Metzelbad hier dieser Felderzier

Es schütze sie dein Machtschutz für und für

Für Hagel und für düstren Dingen.

O Pan wirst du uns ferner schützen

So schwingen wir stäts deines Ruhmes Fahn

Du solt auf unsren Lippen sitzen

Biß daß uns wirft der Charon in den Kahn.

Dein Lob soll uns bezüngen

So lang ein Schaf sucht Gras und grüne Weid

So lang der Tau versilbern wird die Heid

So lang die Vfer Strudeln schlingen.

O Pan wirst du uns Ruhe günnen

So soll gewiß auch deinem Blumen-plan

An Milch und Honig nie zerrinnen

Den ümgezirkt der schlanken Fichten Mahn.

Jetzt höre was wir klingen

Ein Reimenlied ein Jambisches Gedicht

O Pan du kanst die Jambon hassen nicht

Die deine Tochter lehrte zwingen.