Perpetui cœlum tempora veris habet

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Der Mey, des Jahres Hertz, beginnt

Durch Krafft der SonnenStrahlen

Feld, Berg vnd Thal zu mahlen,

Daß alles newen Schmuck gewinnt:

Der Baum, ein Speisemarckt der Bienen,

Trägt Laub vnd edlen Safft,

Der Artzte Wissenschafft,

Die Feld- vnd Gärten-Kräuter grünen.

Vnd du, mein Hertz, bist träg vnd kalt,

Giebst noch dich zu verstecken

Der faulen Winter-decken,

Der Wollust Schirm vnd Auffenthalt?

Mein, laß dich die Natur bewegen!

Deß Höchsten Gnaden-Schein

Wird deine Sonne seyn,

Sein thewres Wort dein güldner Regen.

Verjünge dich vnd brich herfür

Mit deinem Tugendt-Kleide

Als Gottes Seelen-weide,

Nimm an die Lielien-weisse Zier

Der Heiligkeit, recht fromm zu leben!

Wo nicht, so wird der Baum

Deß Lebens keinen Raum,

Sein Zweig hinfort zu seyn, dir geben.