Peruanische Granadille Bey seel. Absterben Fr. S. C. G. g. Z. abge- bildet den 1...

By Heinrich Mühlpfort

Es scheinet ungereimt daß ich will Blumen briugen

Da ihr mit Asch und Staub

Ein Hauß in dem sonst nichts als Todten-Glocken

Wird von deß Frühlings-Schmuck und Bildern nicht

Alleine diese Blum hat diß zum Eigenthume

Daß sie deß

Blat Stängel Blüth und Cron zeigt was zu seinem Ruhme

In dem es Striem und Blut zu bilden sich befleist.

Drumb last nur

Weil des

Ein solches Vorbild seyn das eure Wunden stille

Das Ach und Seufftzen wehrt den bittren Thränen steurt.

Jhr unbeflecktes Kleid blüht als die weissen Rosen

Die höchste Reinigkeit damit zu stellen für

Weil der

Und ein Vertilger seyn der sündlichen Begier.

Die in dem Umbkreiß stehn mit Blut besprengte Blätter

Sind Zeugen daß der Leib deß Heylands Blut geschwitzt

Als unsrer Sterbligkeit höchst-heiliger Erretter

Dort am Oliven-Berg der Menschen Heil beschützt.

Die drauf erwachßne Seul in der berühmten Pflantze

Mahlt uns die Seulen ab wo er gegeisselt ward

Drey Aestlein so entstehn auß dem geflochtnen Krantze

Sind der drey Nägel Bild der Dornen Kronen Art.

Die zarten Fäserlein so umb die Blätter spielen

Die Geisseln so den Leib deß

Könt auch was herrlichers wol die Natur erzielen

Als daß sie ihre Blum mit solchem Anblick färbt?

So gar muß die Natur ein Bild der Wunder werden

Das groß Erlösungs-Werck damit zu deuten an:

Wie sich der Himmel hat verbunden mit der Erden

Und der befreyte Mensch vor GOtt bestehen kan.

Ach solte nicht ein Christ entzückt in Andachts-Flammen

Verlangen daß die Blumin seinem Hertzen steh’

Daß Hoffnung Lieb und Glaubals Blätter sich zusammen

Vereinten und davon der Ruch des Lebens geh’?

Daß sie des Heylands Blut als ihes Schmucks Corallen

Der schnöden Eitelkeit der Erden zögen für

Und dächten eintzig nur dem Schöpffer zu gefallen

In wahrer Gottesfurcht erlauchter Seelen-Zier.

Nun diese Blume hielt tieff in ihr Hertz gedrücket

Die

Nichts hat den reinen Geist mehr in der Welt erquicket

Als wann sie kont im Creutz aufs Creutz des HErren baun.

Das irrd’sche Blumen-Werck die Lilgn hoher Ehren

Der Freuden Hyacinth die Rosen voller Lust

Und was sonst prächtig scheint pflag sie nicht zu bethören

Als der die Granadill alleine blie bewust.

Weg! rieff sie was nur kan der Gärten Schoß hergeben

Mich stinckt das Biesem-Kraut der schnöden Hoffart an

Ich mag die heisse Brunst der Nelcken nicht erheben

Die Schwerd- und Ringel-Blum s

Auch nicht das Tausend-schön mag für den Glantz bestehen

Den meine Blume mir in reichster Amuth schenckt.

Wo wird man eine sehn in einer Krone gehen

Die selbst mit seinem Blut mein Bräutigam hat getränckt?

Welch Zweig weist Nägel auf die meinen Schatz durchstochen?

Wo ist ein Pyramis dran er gegeisselt sind?

Wo sind die Ruthen ab zu seiner Pein gebroche

Diß und ein mehrers noch ziert meiner Blume Rand.

Ach aber welcher kan die innern Früchte nennen

Es stärckt die Granadill das abgematte Hrtz;

Mir soll mein JEsus auch in meiner Hitze brenm

Die beste Kühlung seyn und lindern Qua

Der Granadillen Tranck dämpfft all’ Unreinigkeiten

Bey mir des HErren Kelch der Sünden schartzen Fleck.

Man pflegt drauß ein Artzney vor Schäden zu bereen

Mein eintzig Seelen-Artzt nimmt alle Schäden weg.

Jhr lieblicher Geruch ergetzt die blöden Sinnen:

Wen JEsus nicht erquickt der muß verlohren s

Kein Balsam wird uns hier das Leben geben können

Allein’ er salbet mich vor der Verwesung ein.

Die Granadille geht gleich mit der Sonnen unter

Daß sie des Morgens früh mit ihr hinwieder strahlt.

Ach wie wird mein Gemüth im wahren Glauben munter

Weil diese Blume mir auch ab-mein Sterben mahlt.

In ihm hab ich allhier der Schnertzen Qual erlitten

In ihm gedenck ich auch vor

In ihm hab ich allhier mit Flei

In ihm umbgibt mich dort der Sieges-Kronen Schein.

In ihm soll mir das Licht der matten Augen brechen

Daß mein verklärter Leib dort herrlich auffersteh:

So schloß die

Der gantze Leib erstar

Wer wolte steinern seyn und hier die Thränen lassen

Da euch

Hingegen können wir ein herrlich Beyspiel fassen

In das ihr Contra

Both nicht die S

Und ward ihr Angesicht dem Himmel eintzig zu?

Wie konte sie sich nicht in Creutz und Leiden schicken?

In Hoffnung und Gedult war ihrer Seele Ruh’.

Erst hieß die Frömigkeit ihr Schatz und denn die Liebe

In der sie biß an Tod den Eh-Schatz hat geehrt.

Was Wunder daß er sich auch biß in Tod betrübe?

Nun ihm der Sammel-Platz der Freuden wird zerstört.

Denn war die Kinderzucht der Kern von ihren Sorgen

Sie nechst daß HErren Furcht in Tugend zu erziehn.

Es hat die späte Nacht und offt der frühe Morgen

Gesehn vors gantze Hauß ihr embsiges Bemühn.

Mehr hat sie auch ihr Brod dem Armenstets gebrochen

Und keinen ohne Hülff und Beysteur lassen stehn

Diß was ihr Hertz gedacht hat auch ihr Mund gesprochen

Dieweile nicht gewohnt mit Falschheit umbzugehn.

Ach schmertzlicher Verlust! Doch herrliches Erbleichen!

Betrübst' ich tröste nicht sie hat es selbst gethan.

Schaut auf die

Jhr sind was euch mit Trost genug erquicken kan.