Poetische Uebersezung des ein und neunzigsten Psalms.
Wer unter GOttes Schirm und sei- nen Flügeln sizt,
Und sich in Schatten legt, wo ihn
Der saget zu dem HErrn: Dir
Auf deinen Fels kan ich, der Hoffnung Ruhplaz
Denn er errettet uns aus allen Ungelük,
Auch von des Bösewichts, des schlauen Jägers
Und von der Pestilenz, und allen andern Seuchen
Die von dem nahen Todt gewisse Vorbots-Zeichen.
Trau GOtt im Ungelük, dieweil er dich bedekt,
Mit seinen Fittigen vor aller Noth verstekt;
Denn seine Warheit muß bei allen Schrekkensstür-
Mit einem sichren Schild uns in der Noth beschir-
Und wenn der HErr dein Schild; so muß des Schrekkens Pein,
Das Grauen düstrer Nacht gar bald vorüber seyn;
So können dich auch nicht die Pfeile die da fliegen,
An einem lichten Tag mit ihrer Kraft besiegen.
So darfst du auch gar nicht des Schrekkens Kum- mer fühln,
Wenn etwan in der Näh des Todes Boten wühln;
Die gifftig strenge Pest mit allen andern Seuchen,
Die in der Finsternis, am hellen Mittag schleichen.
Und fallen tausend da zu deiner Seite hin,
Die plözlich worden sind des blassen Todts Gewin,
Zehn tausend rechter Hand; so kanst du dennoch hof-
Du bleibst bei deinem Schuz ganz sicher, ungetrof-
Ja du wirst deine Lust, an deinem Wollergehn,
Mit deinen Augen noch an denen Bösen sehn
Wie es vergolten wird, was sie auf Erden handeln,
Und wie es ihnen geht, nachdem sie vorher wandeln.
Der Herrscher aller Welt ist deine Zuversicht,
Drum fehlet seine Hülf in banger Noth dir nicht,
Der allerhöchste
Wenn Krankheit und der Todt die Menschen nie-
Kein Uebel rühret dich, bei deines GOttes Huld,
Drum bleibe nur getrost in Hofnung und Gedult;
Es wird sich keine Plag zu deiner Hütten nahen:
Vielmehr wird dich der Arm des Höchsten Güt um-
Denn GOttes Macht befiehlt die Engel jener Welt,
Die um die Frommen her, als Wächter sind ge-
Die werden sich um dich auf allen deinen Wegen,
Als feurger Mauren her mit ihrer Stärke legen.
Sie werden dich gleichsam, als wie ein kleines Kind,
Da sie des Zebaoths bestellte Diener sind,
Auf Armen ihrer Macht, mit Liebes Händen tra-
Sie werden dich bewahrn vor Anstoß, allen Pla-
Auf Löwen wirst du gehn und auf den Ottern auch,
Ob sie gleich wütend seyn; du wirst der Jungen
Ohn alle Noth, Gefahr durch seine Hülf zertreten,
Gott wird dich von dem Grim des Drachens auch
Es sagt des Höchsten Huld: Weil er die Hülf begehrt;
So soll sie ihm auch seyn in seiner Bitt gewährt;
Er kennet meinen Nahm, darum will ich ihn schüzen,
Bei allen Wetter Sturm, bei allen Schrekkens
Er rufft mich an in Noth, drum will ich ihn erhörn,
Ich bin bei ihn in Noth, es kan ihn nichts versehrn,
Ich ziehe ihn heraus, ich bringe ihn zu Ehren,
Es soll noch alle Welt von meinen Thaten hören.
Ich mach, so spricht der HErr, den Frommen Lebens satt,
Daß er bei seiner Ehr auch graue Haare hat;
Ich will ihn auch mein Heil in dies, und jenen Le-
Als Brunquell alles Guts mit reichen Strömen ge-