Post cineres restat gratia nulla malis

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Eh' alß wir auß der Hölen

Des finstern Cörpers ziehn,

Vnd zu den leichten Seelen

Der abgeleibten fliehn,

Steht vns die Thür der Gnaden

Noch immer auffgethan,

Dahin der, so beladen

Mit Schulden, fliehen kan.

Kommt, klopffet an, jhr Sünder,

Durch wahre Rew, vnd sprecht:

Du bist, O Gott, nicht minder

Gedultig, alß gerecht,

Denn wirst Du ohn' erbarmen

Mit vns zu rechten gehn,

Wer wird wol von vns Armen

Alßdann vor Dir bestehn?

Ist nicht Dein Sohn gestorben

Den Sündern nur zu gut',

Vnd hat vns jhm erworben

Durch sein selbst eigen Blut?

Nur einig dich zu stillen

Geschahe dieser Kauff,

Darumb vmb seinet willen

Nimm vns zu Gnaden auff!

Wie wollen wir vns frewen

Alßdann der Gütigkeit,

Die Du auß Vater-Trewen

Vns zeigst zu rechter Zeit!

Du solt gepriesen werden

Dan, wann die Sonn' erwacht,

Vnd mit den schnellen Pferden

Sich wieder von vns macht.

Nur laß vns das verüben

Worauff du vns geweist,

Vnd nicht die Zeit verschieben

Die wie ein Strohm hinfleusst;

Du wirst es wol belohnen

Ob wir's wol nicht verdient,

Vnd ewig vnser schonen,

Weil Gott vns dir versühnt.