Quodlibet.

By Johann Georg Gressel

Trau: aber schaue wem

Dis wahre Sprichwort fält

Der falschen Welt

Die nichts von Treu und Glauben hält

Anjetzt nicht angenehm.

Allein der ist ein kluger Mann

Der es wohl

Lustig ihr Brüder!

Singt fröliche Lieder

Denn Morgen geht die Hochzeit an.

Mein laßt die Leute sorgen

Die Wirthin wird schon borgen

Es sauffe wer da sauffen kan.

Der Schuster singt aus Hertzens Grunde

Wenn er den Krug anfaßt

Und lange Züge thut.

Der Haase haßt

Die Jäger-Hunde.

Die Cammer-Mädgens lieben

Den Beutel und das Geld

Ach! daß es nicht von Himmel fält;

Es kostet Schweiß und Blut.

Das Hammel-Fleisch mit Rüben

Ist eine gute Kost

Zumahl wenn ein Glas Wein

Auch wohl ein frischer Most

Dabey wird aufgetischet seyn.

Ha! sprach das arge Kind

Bist du also gesinnt?

So wil ich dich verbrennen.

Nehmt Pillen ein nehmt Pillen ein

Denn diese können

Die beste Hülffe seyn.

Ach laßt mich ungeschoren

Der Haas’ hat lange Ohren

Der Ochse grosse Hörner

Ein Sack faßt viele Körner.

Der Pracher hat viel Läuse

Der Korn-Boden viele Mäuse.

Die Mädgens sträuben sich

Und dencken doch ach! hätt’ ich dich

Sie mögen hertzlich gerne naschen

Rosinen aus der Taschen

Und Rhein Wein aus der Flaschen.

Fort putze mir die Schuh.

Es hat die rothe Kuh

Den Spiegel gantz zerstückt

Denn als sie sich darinn erblickt

Sah sie als wie ein Cammer-Mädgen aus.

Das Kalbfleisch schmecket gut.

Jhr Mädgens denckt daran

Weil es so süsse thut

So greifft das Ding mit spitzen Fingern an

Es beißt wie eine Laus.

So viel Wespen so viel Stiche.

So viel Säuffer so viel Flüche.

Der Esel hat Pantoffeln an

Und wil ein

Das Schiff geht auf der Erden

Und seegelt doch nach der gestirnten Bahn.

Mein! wolt ihr mit so laufft

Der Wagen fährt sonst weg.

Geld vor die Fische

Sonst kriegt ihr einen Dreck

Nichts ohne Geld gekaufft

Denn wer gestohlen

Muß den Lohn am Galgen hohlen.

Pantoffeln und die Schuh

Die gehören mit dazu.

Lustig zu Tische

Und hurtig im Bette

Spielet wol das ein und aus.

Ich wette

Daß es

Und Gretgen gerne hätte-

Die Mädgens haben Noth vom Vater

Und sehnen sich darnach als wie der Kater

Nach einer fetten Maus.

Jhr lieben Jungfern denckt daran

Daß viel daran gelegen

Den Schornstein wol zu fegen.

Dis ist die Zeit davon man sagen kan

Daß bloß um ein Paar Mannes Hosen

Wohl zehn Paar Weiber losen.

Die Jungfern sind nicht frey

Sie hören mit dabey.

Das Glück ist Kugel rund.

Der eine küßt die Hand

Der ander Schoos und Mund.

Weg mit dem Tand

Es sind nur Grillen.

Fleisch muß den Hunger stillen

Die Worte taugen nicht.

Ich dachte was mich bisse.

Wil er die Jungfer freyen?

Sie führt ihn hinters Licht

Sie hält es wol mit dreyen

Und stelt sich doch so Engel rein

Als wenn sie nie kein Wasser trüb gemacht:

Da sie doch schon ein Kind zur Welt gebracht.

Laß nur das Freyen seyn

Und leg dich

Von den Küssen fält

Man offte auf das Bette.

Die Rennlichkeit steht nette.

Geld Geld Geld Geld!

So schreyt die gantze Welt.

Wenn dieses fählt so fehlet viel.

Ich thue was ich wil

Und laß die Leute sagen.

So viel Pfaffen so viel Kragen.

So viel Glocken so viel Gecken

So viel Hunde so viel Stecken.

Nicht umsonst alles bezahlt.

Geschmiert ist nicht gemahlt.

Nur lustig Bruder

Der Wechsel macht dich wieder froh.

Semper lustig

Nunquam traurig

Ist das beste

Das Geld macht das Gerade krumm

Und das Krumme gleich.

Der Arme ist nicht reich.

Der Reiche ist nicht arm.

Die Trommel schlägt

Ey! nein doch.

Wiler noch?

Zuviel ist ungesund.

Er macht es gar zu bund.

Potz hundert tausend Velten

Wie sieht man ihn so selten?

Er hat das Ding verbrandt.

Das ist mir eine Qual.

Nun Fickgen noch einmahl.

Ist ihm das Ding bekannt?

Er lasse mich zu frieden ich sag es der

Sind sie schon wieder da?

Mein! macht es doch fein sachte.

Es war gut daß ich das bedachte.

Was sollen diese Possen?

Mir deucht er ist geschossen.

Was soll das dumme Wesen?

Hier gilt es Haut und Haar.

Die Jungfern halten dieses Jahr

Nicht viel vom Bibel lesen

Sie spielen lieber blinde Kuh

Und suchen den versteckten Schuh

Schlagen auch wol ab den Dritten.

Köm̃t ihnen dann von ungefehr

Einst eine Andacht an

Und kriegen sie die Bibel her

So lesen sie von

Wie die nach wenig bitten

Dem

Und seine Liebste worden.

Loths Töchter und die

Des

Gehören auch in ihrem Orden

Sie suchen gleichen Zeit-Vertreib.

Jüngst sprach ein zartes Jungfräulein

Von zwey und zwantzig Jahren:

Der Himmel weiß ob sie noch rein:

Zur Mutter wenn soll ich mich denn einst paaren?

Die Mutter gab ihr diesen Trost

Harr bis es Sommer wird du Närrin du!

Denn kommt noch wohl ein Freyer an

Dem ich dich geben kan.

Die Tochter ward darob erbooßt

Und rieff der Mutter zu:

Wolt ich auf euren Freyer harren

So würde ich und er zum Narren

Ich habe mich schon längst bedacht

Und manche Liebes-Lust vollbracht.

Dis war ein keusches Jungfern-Bild

So wie die Bauren wenn sie jagen

Das Spieß tragen.

Wer sie vor eine Hure schilt

Verdienet einen grossen Danck.

In der Welt ist alles Eitel

Absonderlich ein leerer Beutel.

Vor Danck giebt sie Stanck

Und Dreck vor

Mein greiff es doch nicht an

Du besudelst sonst die Hände.

Jungfern Lieb und Rosen-Blätter

Herren Gunst

Daurt nur eine kürtze Zeit.

Liebe lebe ohne Leid.

Nun hat dis