Qvodlibet.

By Christian Friedrich Hunold

Du dumme Welt!

Wenn wirst du einmahl klüger heissen?

Was nützt in Kasten alles Geld

Wenn du wilst Grütz und Bonen speisen?

Die Thaler kriegen einen Rost

Und du nur Bärenheuter-Kost.

Reiche sind den Eseln gleich

Die offt Gold und Silber tragen

Daß sie Last und Sorgen plagen

Denn so sind die Esel reich.

Ein Reicher und ein fettes Schwein

Die dienen sonst zu nichts als daß man sie muß schlachten;

Drüm Bruder wir wollen die Thorheit verpachten

Wir trincken den Wein

Und streichen die Thaler deswegen nur ein

Nicht daß wir in ihrer Gefangenschafft liegen

Nein daß sie uns müssen als Sclaven vergnügen.

Ich Armer Ach! ich muß verderben

Weil meine Schöne grausam ist

Sie selber spricht du must ersterben

Wie daß du nicht dein Hencker bist?

Ach lauffet und bringet den Wagen herein

Und schmeisset den Narren ins Tollhauß hinein.

Wer allzusehr verliebt bey einem Mädgen sieht

Dem wird sie es versagen

Doch wer sich nicht üm sie bemüth

Dem pflegen sie es selber anzutragen.

Ach die Mädgen habens gerne

Ob sie gleich was spröde seyn:

Denn so gleich das Maul zu geben

Und uns zu Gefallen leben

Trifft nicht mit dem Wolstand ein.

Das Rind-Vieh kommet heuer

In zimlich hohen Kauff

Die Ochsen werden theuer

Denn einer frißt den andern auff.

Neulich trieb die Muntrigkeit mich ins Grüne zu spatzieren

Und ein angenehmer Freund war die beste Lust dabey:

Nun solt' uns der Rommeldeus auch die durstge Kehle schmieren

Doch der Appetit wieß aus daß das Wasser besser sey.

Itzt kömt ein Schiff von Stade

Und führet Treck-Pomade

Ein Wagen mit Kuhfladen

Statt Pflästergen beladen

Ein Schiff mit steiffen Waden

Und sind nun diese waren da

So wird man gleich die Opera

Von hundert tausend Jungfern spielen

Wenn eine Wespe sticht

So pflegt man es zu fielen

Die Zungen stiche Bluten nicht

Und machen doch viel grössre Schmertzen.

Mit grossen Herrn zu Schertzen

Ist keines klugen Ampt.

Opinio du bist verdammt

Du machest die aller erbärmlichsten Hasen

Bald läst du den Küster

Bald Doctor Magister

Bald Rath und Excellentz

Bischoff Magnificentz

Professor Superindendent

Der General sich noch dazu genennt

Wie Schwermer im Gehirne rasen.

Den die Schmeicheley verführet

Der mit glatten Worten schmieret

Der doch allzeit in der That

Nichts als Pralereyen hat

Nun den wil ich wieder schmieren

Und ihn auf das Maul Hof - -

Das Wetter ist sehr kalt

Drum möcht' ich gern in Kachel-Ofen kriechen

Amanda gönne mir dergleichen Auffenthalt

Du hast schon eingeheitzt ich kan die Wärme riechen.

Halt Bruder steck die Pfeiffen an

Und laß den Wurm verrauchen

Ach daß ich nicht die Mädgen kan

Damit zu Tode schmauchen!

Nur die edle Tugend muß unsre schöne Losung heisen

Wenn wir auf der güldnen Bahn der Vergnügung wollen reisen.

Am - - - - Hoffe

Nimmt itzt der Narr die Zoffe

Weil nun die Stelle ledig ist

So Prüffe dich ob du ihr würdig bist;

So singt man itzt zum Spasse

In einer Nicols Gasse.

Viele Bücher viele Grillen

Viele Doctors viele Pillen

Viele Häuser viele Sparren

Viele Herren viele Narren

Und ein eintzger Pfaffen-Kittel

Hat nun so viel Ehren-Tittel.

Wie hat die Welt das Eitel so lieb?

Wer stiehlt der ist ein Dieb

Das kan mir schwerlich fehlen

Doch Mädgen die die Keuschheit stehlen

Und die aus unsern Beutel naschen

Heist man galante Taschen.

Mein Glücke wird nicht immer schlaffen

Denn nach den Sturm und Winden

Folgt ein stille See

Nach Donner ach und weh

Kan man den frohen Hafen finden.

Die Hoffnung ist das Ziel wornach mein Hertze reicht

Ein kluger machet sich das Leben selber leicht.

Sa lustig ihr Brüder was giebt es zu schaffen?

Trinckt einmahl herüm

Wer schiert sich was drüm.

Es sollen die traurigen Grillen itzt schlaffen.

Wollt ihr mich ihr Neider drücken?

Legt ihr hinter meinen Rücken

Immer alles ärger aus?

Nun so sag' ich Teutsch heraus

Daß ihr auch bey mir von hinten

Sollet Lohn und Antwort finden.

Die Lüste gleichen sich den überzognen Pillen

Die Honig in den Mund und Gall im Hertzen qvillen.

Rechst war der Schreiber Grobenholtz

Bey einen Leichen-Gang so stoltz

Und wolte gleich mit oben seyn;

Jedoch das eingebildte Schwein

Must' unter praven Leuten stehn

Ja keiner wolte mit ihm gehn

Drüm sprang er endlich biß zum Schwantz:

Diß war ein lustger Schreiber-Tantz.

Weil nun der Esel hinten steht

So schließt er auch mein