Qvodlibet. E. N.
Lerne viel. Sage wenig. Höre alles
Schreib doch den edlen Spruch mit güldnen Littern an
Und wer ihn practiciren kan
Den wil ich einen Weisen nennen.
Wenn sich die Kinder einmahl brennen
So fürchten sie das Feuer.
Der Freunde sind sehr viel
Doch sind sie schrecklich theuer
Das macht der Eigennutz verderbet alles Spiel.
Von Freunden in der Noth
Gehn funffzig auff ein Loth
Doch sol es hart und klemme stehn
So werden hundert auff ein Qvintlein gehn.
Gemahlte Blumen riechen nicht
Geschminckte Larven tauren selten
Kein Freund wird einen Creutzer gelten
Der anders denckt und anders spricht.
Gemahlte Blumen riechen nicht.
Wer nichts hat der ist nichts schuldig
In der Arbeit nur gedultig
Und da gehet treue Hand
Sicher durch das gantze Land
Weil das Sprichwort doch besteht
Besser betteln und bitten
Als zu spät
Capreolen an Galgen geschnitten.
Ich bin Hanß ohne Sorgen
Weil mir die Leute borgen
Und weil ich noch kan stehlen
So wird wir wenig fehlen
Allein von Hengelbeeren
Mag ich durchaus nichts hören.
Gute Nacht Fuchs!
Gold ist Gold und bleibet Gold
Wenn es gleich im Kothe liegt:
Ist dir auch kein Mädgen hold
Sey darüm nicht unvergnügt.
Ein garstger Leib trägt einen schönen Rock
Ein armer Rittersmann verdient ein theuer Pferd
Ein höltzerner Bock
Ist einer guldnen Ziege werth.
Ein Gläßgen mit Weine vertreibet die Grillen
Man suche nur Mittel den Kummer zu stillen
Es wird mir versichert nichts kräfftigers seyn
Drüm lob' ich ein Gläßgen und liebe den Wein.
Verfolget dich der Neid
Erwarte nur der Zeit
Es wird sich alles schicken.
Man wird gedrückt man wird auch wieder drücken
Ob mich die Hunde neiden
Ihr Bellen fährt in Wind dahin
Wenn ich ein Amboß bin
So muß ich als ein Amboß leiden
Doch wenn das Glücke mich zum Hammer macht
So schlag' ich zu daß alles kracht.
Verliebten wird ein Tag als wie ein Jahr so lang
Kein Frauenzimmer ist so kranck
Daß auf den Rücken nicht noch köndte liegen.
Sechs fette Küh und vier gemäste Kälber
Sind zehnmahl noch so gut
Als zehen dürre Ziegen.
Drey Dinge thun sich selber
Wer sie nicht selber thut:
Den Podex wischen
Die Hände trocknen
Und endlich ein Mädgen von siebenzehn Jahren
Mit einem jungen Manne paaren.
Feuer Lieb und Hertzens-Pein
Können nicht verborgen seyn.
Wer nach der Tugend strebt des Ruhm wird ewig seyn
Sie schliest die Ewigkeit in ihre Circul ein.
Nun weichet die nichtige Liebe der Jugend
Ich Liebe die Bücher und Küsse die Tugend
Und wenn sich der Frühling zur Arbeit gewöhnt
So bleibet der Winter mit Seegen gekrönt.
Immer an der Erden kleben
Ist ein Bestialisch Leben.
Unser Leben thun und Tichten
Muß sich nach dem Himmel richten.
Unverzagt!
Es sticht
Nicht alles Eisen
Und alle beisen nicht
Die uns die Zähne weisen
Ein Pfennig in der Büchse
Turniret noch einmahl so sehr
Als wenn er gantz voll Thaler wär.
Wo keine Hasen sind da spicket man die Füchse.
Man muß ein bißgen kühne seyn
Gleich durch geht man am besten:
Ein reintlich Schwein
Wird sich gar mager mästen
Und eine saubre Hand
Fährt stets in einen leeren Beutel.
Es ist bekandt:
Die gantze Welt ist eitel
Das macht weil sie voll eitel Narren ist
Ach Prüffe dich ob du nicht einer bist.
Eine Rose machet keinen Crantz
Ein paar Bein e keinen Tantz
Und wenn man nur ein eintzig Mädgen-Küst
So weiß man nicht was lieben ist.
Bedächtig zum Beutel geschwinde zum Hute
Belehnt mit einem Ritter-Guthe.
Wer sparen und sich schmiegen kan
Dem führet das Glücke die güldene Bahn.
Ein Schneider saß in guter Ruh
Und da kroch eine Lauß herzu
Die drohet ihm den ärgsten Todt.
Der Schneider war in Angst und Noth
Doch fast er sich bald einen Muth
Er nahm sein Schild den Finger-Hut
Die Nadel war sein blancker Spieß
Wormit er schrecklich um sich stieß.
Der Strit gieng an der war sehr scharff
Biß er die Lauß zu Boden warff.
Er brachte sie erbärmlich um
Das gab den Schneider grossen Ruhm.
Wer hatt' ihm dieses zu getraut?
Er zieht ihr endlich ab die Haut
Und macht sich ein paar Hosen draus.
Ach! Schade vor die arme Lauß.
Noch eins: Das