Räthsel:

By Johannes Plavius

Der bräutgam nimmt der braut was sie gar gerne giebet

Vnd er doch nicht empfäht wie sehr 's jhm auch beliebet

Des gleichen auch die braut jhm wiederumb benimmt

Was sie jhr nicht begehrt vnd auch gar nicht bekömmt.

Der bräutgam giebt der braut was sie mit frewden nimmet

Vnd er doch selbst nicht hat auch nimmermehr bekömmet

Im gleichen auch die braut jhm wieder dieses giebt

Was weder sie begehrt noch hat vnd gleich wol liebt.

Eins nimmt dem andern das was sie zuvor gezieret

Eins giebt dem andern das was beyden jtzt gebieret

Eins nimmt das ander gibt eins gibt das ander nimmt

Ein jedes fühlt verlust in dem es lust bekömmt

Zu nemen den verlust; zu geben solch empfangen

Zu leben durch den tod da keinem vor sol bangen

Da vielen nach verlangt; zu sterben ohne pein

Damit ein junges hertz' auch lebendig kan seyn.

Was dieses nehmen sey vnd was hier heisse geben

Was dieser sanffte tod dis zucker-süsse leben

Bedeute rathet doch jhr lieben jungfräwlein

Errahtt jhr 's so wird euch auch bald gerathen seyn.