Rußland . (Einem Freunde als er nach Moskau übersiedeln wollte.)

By Theodor Fontane

Wer auf die Zukunft schwört und unbekümmert

Der ew’gen Kraft des Geistes noch vertraut,

Die, gleich dem Meere,

Und eine

Wer, ihr vertrauend, unser Krämerleben

Ob jener Zeit, die kommen muß, vergißt,

Der fliehe

Und jede Hoffnung eitel Thorheit ist.

Wer, trotz der Dürre, seines Fleißes Segen —

Der Freiheit Saat, voll guten Muths erblickt,

Die junge Saat, von keinem Sommerregen,

Doch, über Nacht, von frischem Thau erquickt;

Der fliehe

Nur Mehlthau fällt, der jeden Keim zerfrißt,

Wo’s noch gelingt „

Und jede Hoffnung eitel Thorheit ist.

Doch wer, verzweifelnd ob so langem Harren,

Der Hoffnung Prachtbau selber niederreißt,

Und unser Thun das Streben eines Narren,

Und unsren Glauben „Geistesschwäche“ heißt;

Der suche

Ein Maaß, daran er unsre Größe mißt,

Und lerne

Wo jede Hoffnung eitel Thorheit ist.