S chertzhaffte G edancken bey den Nahmens-Tag eines guten Freundes.
Geliebter Hertzens Freund! Mein gestriges Versprechen
Heist meinen schlechten Kiel dir heute dienstbar seyn;
Doch deine wehrte Hand wird hier nichts kluges brechen
Denn unsre Losung hieß: Sauff aus schenck wieder ein
Der edle Reben-Safft will noch nicht Abschied haben
Und wischt in dem Gehirn die klugen Grillen aus
Es lieget die Vernunfft im Magen mit begraben
Und was ich gestern soff will heute wieder raus.
Juch hey sa klinget mir noch stets vor meinen Ohren
Wie ruffte doch so schön das Echo wieder drauf.
Man frißt und säuffet gleich so bald man wird gebohren
Drum wartet uns zur Lust auch gestern Bachus auf.
Dein froher Nahmens-Tag ist nützlicher begangen
Als mancher Käyser ihn in seinen Land bestellt.
Es darf den edlen Wein des Pöbels Durst nicht fangen
Weil die Verschwendung nicht bey dir die Hof-Stadt hält.
Nein dieser theure Tranck den uns der Rhein gegeben
Fleißt lieblicher in uns als in die tolle Brut
Es bleibet doch der Wein die Qvintessentz im Leben
Er stärckt die Mutter wol und ist dem Vater gut.
So schön als nun der Wein im Glase hat gesehen
So delicat er dir in deine Kehle floß
So schön wird heute dir auch die Vergnügung stehen
Ich weiß die Farbe gibt sich an der Stirne bloß.
Jedoch ich wil den
Hier ist ein treuer Wunsch aus der getreuen Brust:
Halt was? Es will mir gar kein netter Reim gelücken
Drum Prosit nur einmahl mich deucht du hast gehust.
Halt Prosit bringt den Kopff noch endlich in die Falten
Nun kömmt die Poesie gestolpert auf das Blat
Der gestrige Discurs den wir dabey gehalten
Der ist der meiner Noth noch ausgeholffen hat
Ich darff es dem Papier so wol als dir vertrauen
Es ist so stumm wie du und dein verschwiegner Mund
Und solt es unverhofft ein fremdes Auge schauen
So weiß es doch so viel als unser Butel-Hund.
Nimm denn getreuer Freund! Den Wunsch aus treuen Hertzen
Der Galgen werde dir in rechten zu erkandt.
Deiu Nahme heisset mich Herr Müller mit dir schertzen
Ich habe nenn' ich dich schon einen Dieb genandt
Ein Dieb der neulich nur was kostbares gestohlen
Und zur Verwegenheit es allen lässet sehn.
Wenn die aus Leipzig kommt und will es wieder holen
(du weist wohl was es ist ) wie wirst du da bestehn?
Dir muß die Facultät das Hängen zu erkennen
Du hast den Strang darzu so knüpffe dich nur an:
Den Galgen wil ich auch die schöne - - nennen
So hänge weil ich dich Herr Müller heissen kan.
Doch ein gehangner Dieb ist zu anatomiren;
Ach! armer Müller ach! wie würde dirs ergehn?
Ich seh' im Geiste schon das schöne Werck vollführen
Und eine Legion von Jungfern üm dich stehn.
Viel wollen sich das Maul zum Zeitvertreibe nehmen
Und stecken zum Voraus die Zungen gar hinein
Du weist wol daß sich jetzt die Mädgen nicht mehr schämen
Die - - doch der Kiel wil mehr als alle züchtig seyn.
Diß wil in - - - mir die Erfahrung lehren
Die Meisten in der Stadt sind von der schönen Art
Welch tugendhaffter Geist erstaunet nicht zu hören
Daß sich das Geile Volck wie Mann und Weibchen paart.
Die Eine wil sich gleich mit deinem Haar staffieren
Es läst dein reiner Kopff kein kleines Thierlein sehn
Doch manche die sich wil mit Favoritgen zieren
Läst den so es beliebt in reiffe Nüsse gehn.
Die Andre wil sofort nach deiner Nase reichen
Denn hier ist Reinlichkeit kein Dreck noch Schnaub-Toback
Doch ihre könte sich dem Nacht-Stuhl wol vergleichen
Und trieffet ärger noch als wie ein Laugen-Sack.
Die blauen Augen sind der Dritten ausgesetzet
Die so wie eine Ganß bey Wetterleuchten schielt
Der man die Butter recht nach dem Gewichte schätzet
Die sie des Morgens früh in beyden Augen fühlt.
Die weissen Zähne hat die vierdte sich ersehen
Der schon das gantze Maul durch Scharbock faulen muß.
Der Fünfften pflegen denn die Lippen anzustehen
Warum? Ihr Rüssel kriegt gar selten einen Kuß.
Die Sechste lässet sich den süssen Halß verschreiben
Die vor Ziebeth ein Aaß in ihren Athem legt
Bey der man nicht so wol kan vor Geruche bleiben
Als wenn die saubre Hand Gemächer ausgefegt.
Zu den geraden Leib wil sich nun auch beqvemen
Ein dickes Kiebel-Faß die so am Hüften hinckt.
Den wol gemachten Fuß wil eine Lahme nehmen
Und deren krummes Bein wie Bothen-Füsse stinckt.
Die Waden die vorlängst wer weiß es abgestossen
Gehn itzo einen Tausch mit deinen Schenckeln ein:
Die Mädgen meistentheils gedencken drum zu losen
Denn wenige sind nur von d
Das hinterste Castel sol Jungfer Gretgen zieren
Die ihre Lufft wie du so gut nicht halten kan
Die unsre Nasen pflegt so offt zu bombardiren
Die solche Seufftzer gar im Tempel hat gethan.
So viel kan nur ein Mann den armen Dingern schencken
Die doch bey jeden Schritt wie Pfauen-Schwäntze gehn
Die auff den besten Kerl mit Stichel-Reden dencken
Und ihre Fehler nie in einen Spiegel sehn.
Die dich mein werther Freund! so wol bestehlen würden
Wenn sich die Wirckung nur nach meinen Wunsch erklärt.
Doch nein denn ihnen thuns wol grobe Kühe-Hirten
Und deine Glieder sind noch mehr als ihrer werth.
Indessen müsse dich das Glück so vielmahls küssen
Als wol die Männer Noth die lieben Mädgen qvält
Und als sie selbsten sich die Lust zu büssen wissen
So weiß ich daß man es mit Millionen zehlt.