S chertzhaffte W echsel- R ede über die von Clarimenen verschenckte Blume vergiß...
Vergiß mein nicht
Das lasse dir mein Leben
Stets in Gedancken schweben
Es ist ja deine Pflicht:
Die Blumen hast du sonst mit gröster Lust genesen
Drum laß auch diese nicht in deiner Brust verwesen
Vergiß mein nicht.
Mein wehrtes Licht!
Ich habe mich vermessen
Dich niemahls zu vergessen
Biß mir das Leben bricht:
Die Blume bleibet wohl in meiner Brust vergraben
Und du wirst allezeit den liebsten Nahmen haben
Mein wehrtes Licht.
Vergiß mein nicht
Soll mich zwar auch vergnügen
Wenn sie dich zu besiegen
Si ch um dein Hertze flicht.
Allein die Flora will durch diese Kostbarkeiten
Mein Kind errath es doch was sonderlichs bedeuten
Vergiß mein nicht.
Mein werthes Licht!
Was sollen diese Worte
Aus deiner Zucker Pforte?
Eröffne dein Gesicht
Ach nimm die Larve weg von deinen Purpur Wangen
Vertraue mir doch nur dein eintziges Verlangen
Mein wehrtes Licht.
Vergiß mein nicht
Das pfleget man in Lieben
Fast jeden Tag zu üben
Wie daß es dir gebricht?
Des Frauenzimmers Gunst wird sonsten bald erkalten
Wenn sich der Courtisan die Thaler läst veralten.
Vergiß mein nicht.
Mein werthes Licht!
Was sol ich doch ersinnen
Dich völlig zu gewinnen
Erkläre die Geschicht.
Wenn deine Gunst erstirbt so wird mein Geist erblassen
Das Grab der Liebe wil schon meinen Leib ümfassen
Mein werthes Licht!
Vergiß mein nicht
Kennt keine Schmeicheleyen
Und mich kan nichts erfreuen
Als was die That verspricht.
Die Grillen helffen nichts lauff hin zu einer Buden
Und kauffe nur allein bey einen reichen Juden
Vergiß mein nicht.
Mein werthes Licht!
Ich kan bey diesen Lauffen
Die Blumen nicht erkauffen
Darauff du bist erpicht.
In Garten blüht die Blum' und Lieben in den Hertzen
Kein Mauschel kennt sie nicht was wilstu weiter schertzen
Mein werthes Licht?
Vergiß mein nicht.
Das würde mich verdriessen
Wenn du nicht köntest schliessen
Worauff es sey gericht.
Schau wie der heilge Christ mit seinen Schellen klinget
Wie manchen lieben Kind er was Galantes bringet
Vergiß mein nicht.
Mein werthes Licht.
Was brauchst du so viel Wesen
Du kanst dir selbst aus lesen
Was dir ins Auge sticht.
Doch soll Vergiß mein nicht sich dir auf ewig schencken
So laß mich erst darauf dreyviertel Jahre dencken
Mein werthes Licht.