S chertzhaffte W echsel- R ede über die von Clarimenen verschenckte Blume vergiß...

By Christian Friedrich Hunold

Vergiß mein nicht

Das lasse dir mein Leben

Stets in Gedancken schweben

Es ist ja deine Pflicht:

Die Blumen hast du sonst mit gröster Lust genesen

Drum laß auch diese nicht in deiner Brust verwesen

Vergiß mein nicht.

Mein wehrtes Licht!

Ich habe mich vermessen

Dich niemahls zu vergessen

Biß mir das Leben bricht:

Die Blume bleibet wohl in meiner Brust vergraben

Und du wirst allezeit den liebsten Nahmen haben

Mein wehrtes Licht.

Vergiß mein nicht

Soll mich zwar auch vergnügen

Wenn sie dich zu besiegen

Si ch um dein Hertze flicht.

Allein die Flora will durch diese Kostbarkeiten

Mein Kind errath es doch was sonderlichs bedeuten

Vergiß mein nicht.

Mein werthes Licht!

Was sollen diese Worte

Aus deiner Zucker Pforte?

Eröffne dein Gesicht

Ach nimm die Larve weg von deinen Purpur Wangen

Vertraue mir doch nur dein eintziges Verlangen

Mein wehrtes Licht.

Vergiß mein nicht

Das pfleget man in Lieben

Fast jeden Tag zu üben

Wie daß es dir gebricht?

Des Frauenzimmers Gunst wird sonsten bald erkalten

Wenn sich der Courtisan die Thaler läst veralten.

Vergiß mein nicht.

Mein werthes Licht!

Was sol ich doch ersinnen

Dich völlig zu gewinnen

Erkläre die Geschicht.

Wenn deine Gunst erstirbt so wird mein Geist erblassen

Das Grab der Liebe wil schon meinen Leib ümfassen

Mein werthes Licht!

Vergiß mein nicht

Kennt keine Schmeicheleyen

Und mich kan nichts erfreuen

Als was die That verspricht.

Die Grillen helffen nichts lauff hin zu einer Buden

Und kauffe nur allein bey einen reichen Juden

Vergiß mein nicht.

Mein werthes Licht!

Ich kan bey diesen Lauffen

Die Blumen nicht erkauffen

Darauff du bist erpicht.

In Garten blüht die Blum' und Lieben in den Hertzen

Kein Mauschel kennt sie nicht was wilstu weiter schertzen

Mein werthes Licht?

Vergiß mein nicht.

Das würde mich verdriessen

Wenn du nicht köntest schliessen

Worauff es sey gericht.

Schau wie der heilge Christ mit seinen Schellen klinget

Wie manchen lieben Kind er was Galantes bringet

Vergiß mein nicht.

Mein werthes Licht.

Was brauchst du so viel Wesen

Du kanst dir selbst aus lesen

Was dir ins Auge sticht.

Doch soll Vergiß mein nicht sich dir auf ewig schencken

So laß mich erst darauf dreyviertel Jahre dencken

Mein werthes Licht.