S ie liebet ihn wieder.
Mein Glücke will mich freundlich küssen
Und Wermuth gleichen Schmertz durch Nectar-Wein
versüssen
Der Himmel rinnt von Perlen-Thau
Er öfnet meiner Brust den Uberfluß von Schätzen
Und will die Seel auf keinen Bau
Von irdischer Vergnügung setzen.
Ich weiß mit Noht und Leid zu schertzen.
Es brennen nun in mir wohl tausend Freuden-Kertzen.
Ich geh' auf einer Rosen-Bahn.
Nach schwartzer Nacht muß mir die Sonne klärer scheinen
Der süsse Morgen bricht nun an
Und Lachen folget nach dem Weinen.
Kein Centner kan die Schmertzen wiegen
Die erst auf meiner Brust durch Zweiffel musten liegen
Nun fliehen sie wie Staub in Wind:
Daß machet deine Hand kan lindern und auch drücken
Und wie der Treue Wercke sind
Nach der Erkentniß auch erquicken.
Und darff ich mir gleich nicht versprechen
Mein Glücke werde nun die Knospen gäntzlich brechen
Vielleicht daß es doch bald geschieht.
Dem Maulbeer-Baum ist offt die Freude zu vergleichen
Daß beydes nur am letzten blüht
Um auch zu erst die Frucht zu reichen.
Daß ich dir stets getreu gewesen
Kanst du aus der Gedult in Marter Wochen lesen
Drum gönne mir dein Freuden-Fest
Und lasse mir geneigt nach Sturm und Jammer-Winden
Auch deinen süssen Gnaden-West
Und meiner Sehnsucht Uffer finden.
Mein Engel nimm auf Brust und Wangen
Nun meinen keuschen Kuß und brennendes Verlangen
Ich will dein treuer
Weil du der Helena in allen zu vergleichen
Drum lasse mir zum Hafen ein
Die Seegel reiner Liebe streichen.