S. K.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Zeuch Cynthia! zeuch deine strahlen ein

Ich will hinfort ja dein gefangner seyn

Es ist umsonst daß man den feind bekriegt

Der ohne diß schon untern füssen liegt.

Dein hoher geist und meine niedrigkeit

Die stecken mir der liebe ziel zu weit

Die blöde scham der liebe widerpart

Macht daß ich dir nicht eh hab auffgewarte.

Jtzt seh ich erst wenn ein verzagter liebt

Wie er versäumt was ihm das glücke giebt.

Weg! blödigkeit ich bin mir selber feind

Daß ichs nicht eh mit dir hab gut gemeint.

Laß deine gunst die du mir kund gethan

Hertzliebstes kind auffs neue fangen an

Es wirfft sich dir der ausverschämte sinn

O Cynthia! gantz willig für dich hin.

Der hohe fels der meine qual gehört

Der weiß sehr wohl wie ich mich abgezehrt.

Ach Cynthia! ach was ist das vor pein!

So sehr verliebt und nicht behertzt zu seyn.

Nun bin ich frey indem ich nicht mehr frey

Jm fall mir nur dein mund gewogen sey.

Ich schwer dir treu ich schwere dir bestand:

Sieh Cynthia! hier hast du hertz und hand.

Gib mir hingegen die genaden-hand

Den schönen blick daran ich mich verbrand

Ich weiß daß du nicht bloß nur schöne bist

Daß freundligkeit der schönheit boden ist.